Donnerstag, 7. Januar 2016

Papain: Das Multitalent aus der Papaya-Frucht


Papain: Das Multitalent aus der Papaya-Frucht



(Quelle: Wiki)


Papaya-Frucht



Ursprünglich aus Mexiko stammend, verdankt die Papaya ihren Namen den indianischen Ureinwohnern. Im 16. Jahrhundert entdeckten spanische Seefahrer die bis dahin unbekannte Frucht, und binnen weniger Jahre wurden Papayas von den Spaniern selbst auf den Antilleninseln kultiviert und damit auch in Europa bekannt. Heute werden Papayas in sämtlichen tropischen und subtropischen Regionen angebaut, wobei Brasilien Exportland Nummer 1 ist.


(Quelle: Wiki)


Papain wird aus der Papaya-Frucht gewonnen


Papain ist ein Enzym, das natürlich in relativ hoher Konzentration in der noch grünlichen Schale und den Kernen der Obstfrucht Papaya vorkommt und daraus gewonnen wird. Es ist unentbehrlich für die Pflanze bei der Abwehr von Schädlingen.

Papain ist in Papayas enthalten, allerdings wird über den Verzehr von reifen Papayas nur wenig Papain zugeführt. Grüne, unreife Papayas enthalten nahezu 5.000 Prozent mehr Papain als reife Papayas.

Das Enzym hat eine breite eiweißspaltende Wirkung und gehört zur Gruppe der Cysteinproteasen. Es wird in der Küche als Zartmacher für Fleisch verwendet. Beim Bierbrauen wird Papain zum Verhindern der Eintrübung des Bieres verwendet. In der Textiltechnik wird Papain als Hilfsmittel bei der Herstellung von Wolle und Seide zur Verhinderung des Verfilzens und Schrumpfens verwendet.

Als Therapeutikum in der Alternativmedizin werden diesem Stoff Heilwirkungen bei der Ausheilung eines Leidens (sogenanntes „offenes Bein“) im Anfangsstadium zugeschrieben. Papain soll weiterhin auch Fibrin an den Gefäßinnenwänden geringfügig abbauen, so dass die Häufigkeit von Thrombosen verringert sein würde. Angeblich soll es auch eine aufhellende Wirkung bei Zähnen haben.

Die Funktionen von Papain: Spalten von Proteinen


Papain hat eine breite Funktionsweise, es spaltet vorwiegend Peptidbindungen, an denen basische Aminosäuren beteiligt sind, es kann aber auch Ester und Amide hydrolysieren. Im Verdauungssystem erleichtert Papain die Verdauung von Nahrungs-Proteinen. 


Es kann außerdem bei Zöliakie-Patienten die Verdauung von Gliadin, ein Bestandteil des Glutens, fördern. Damit können geringe Gluten-Mengen verträglich werden. Im Herz-Kreislauf-System trägt Papain dazu bei, dass Fibrin und Fibrinogen abgebaut werden können, die zur Zusammenballung von Blutzellen beitragen.

Papain ist ein wahres Multitalent und zeigt vielfach positive Wirkung auf den menschlichen Körper. Es trägt generell zu einem gut funktionierenden Immunsystem bei und hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen. 


Papain regt den Stoffwechsel an und kann vor allem die Verdauung von Proteinen fördern. Es wird zur Wundreinigung eingesetzt und trägt unterstützend dazu bei, dass Antikörper-Moleküle gespalten werden. Außerdem kann Papain die orale Bioverfügbarkeit des sekundären Pflanzensstoffes Curcumin fördern.

Papain trägt zu einem gut funktionierenden Immunsystem bei


Von Papain sind antibakterielle, antientzündliche und antioxidative Wirkungen bekannt. Es kann beispielsweise Entzündungen und Schmerzen durch Insektenstiche lindern. Zusammen mit anderen Proteasen kann Papain dazu beitragen, dass Ödeme, Schmerzen und Entzündungen bei Sportverletzungen oder Arthritis gelindert werden können. Papain wird zusammen mit anderen proteolytischen Enzymen weiterhin eingesetzt, um schädliche Immunkomplexe, die zu Autoimmunkrankheiten beitragen können, abzubauen. Papain trägt dazu bei, dass Antikörper-Moleküle in bestimmte Fragmente (Immunglobuline) gespalten werden. Zusammen mit Bromelain und Pankreas-Amylase kann Papain helfen, dass Interleukin 1 und 6 und der Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) gebildet werden. Papain kann außerdem die orale Bioverfügbarkeit des sekundären Pflanzensstoffes Curcumin fördern.

Montag, 4. Januar 2016

Das Enzym Betain unterstützt die Verdauung und reduziert Homocystein

Betain




(Quelle: Wiki)



Betain ist ein Bestandteil des Magensaftes, der zusammen mit eiweissspaltenden Enzymen wie Pep­sin den enzymatischen Umbau der Nahrung besorgt. Für diese Aufgabe produziert der Magen jeden Tag zwischen einem und zwei Liter Magensaft, der hauptsächlich aus Salzsäure und eiweissspaltende Enzymen (Proteasen) besteht.

Bei Verdauungsstörungen, aber auch im Verlaufe des Alterungsprozesses kann sowohl die Produkti­on als auch die optimale Zusammensetzung des Magensaftes beeinträchtigt sein.


Hier ist die Zufuhr von Betain sinnvoll, um die normalen Verdauungsfunktionen des Magens wieder herzustellen.

Salzsäure im Magen wirkt auf schwerverdauliche Lebensmittel. Sie verdaut Proteine, Calcium und Eisen. Wie Dr. Mindell mitteilt, können sich ohne ausreichende Salzsäure (HCL) Probleme wie bösar­tige Anämie, Magengeschwüre und Allergien entwickeln.


Weil Stress, Anspannung, Ärger und Angst­zustände sowie ein Mangel an bestimmten Vitaminen (vor allem der B-Gruppe) und Mineralstoffe zum Fehlen von Chlorwasserstoff HCL führen können, haben viele Menschen zuwenig Magensäure, ohne es zu wissen.


Wenn sie glauben, dass sie Probleme mit zuviel Säure oder Sodbrennen haben und sich dagegen selbst ein Antisäuremittel verordnet haben, dann müssen sie bedenken, dass die Symptome für zuviel Säure genau dieselben wie für zuwenig Säure sind, und in diesem Fall bewirkt das Einnehmen eines Mittels gegen zuviel Säure natürlich genau das Gegenteil dessen, was Sie errei­chen wollen.

Dr. Alan Nittler verweist mit Nachdruck darauf, dass jeder, der älter als vierzig Jahre ist, ein zusätzli­ches HCL-Präparat nehmen sollte. Betain-HCL und Glutaminsäure-HCL sind die besten im Handel erhältlichen Formen von Chlorwasserstoff.

Wenn Sie Geschwüre haben, beraten Sie sich erst mit Ihrem Therapeuten, bevor Sie solche Präparate nehmen.


Warnung: Nicht bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren verwenden!


Betain und Homocystein



(Quelle: Wiki)


Betain ist ein Homocystein-Killer, der Herz, Gefäße und Leber schützen sowie gegen Demenz vorbeugen kann. Vor allem amerikanische Forscher widmen sich immer intensiver diesem mit Aminosäuren verwandten Mikronährstoff. Seinen Namen hat Betain vom lateinischen Wort für Rübe bzw. Bete „beta“ erhalten. Es ist lipotrop, d.h. es zieht Fett an. Es wird oft in seiner chemischen Form als Glykolbetain verwendet.

Betain entsteht durch die Oxidation von Cholin und ist ebenso mit der Aminosäure Glycin verwandt, als dessen Derivat es auftritt. Das wird deutlich durch den auch verwendeten Namen für Betain: Trimethylglycin. Dieser verrät obendrein, dass Betain drei Methylgruppen enthält. Gleichzeitig zählen Betain wie auch Cholin zu den vitaminähnlichen Stoffen. Konkret lässt sich eine Ähnlichkeit mit B-Vitaminen feststellen.
Was ist Betain? Aminosäure? Vitamin? Sekundärer Pflanzenstoff?

Im Zusammenhang mit gesundheitsbewusster Ernährung wird Betain derzeit noch nicht sehr häufig genannt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass sich Betain nicht so recht in die bekannten Kategorien gesundheitsfördernder Stoffe einordnen lässt.

Eine Aminosäure ist Betain nicht, wohl aber ein Aminosäuren-Derivat. Ein Vitamin ist es nicht, wohl aber ein vitaminähnlicher Stoff. In neuerer Zeit wird Betain gelegentlich als sekundärer Pflanzenstoff etikettiert. Nur zur Erinnerung: Cholin entsteht auch in der menschlichen Leber und Niere durch die Synthese hauptsächlich von Lysin und Methionin. Als Metabolit oder Abbauprodukt von Cholin entsteht Betain. Betain wäre damit der erste sekundäre Pflanzenstoff, der auch vom menschlichen Organismus bereitgestellt werden kann.

Vielleicht hängt die Einordnung von Betain als sekundärer Pflanzenstoff ja auch mit einer Verwechslung zusammen. Genau die Pflanzen nämlich, die einen hohen Betain-Anteil haben, sind oft auch reich an Betanin. Das ist nun in der Tat ein sekundärer Pflanzenstoff, der beispielsweise den Roten Beten ihre wunderschön appetitliche rote Farbe verleiht, mit Betain aber weiter nichts zu tun hat. Betain als sekundären Pfanzenstoff zu bezeichnen erscheint eher abwegig. Es muss ja nicht alles, was gesund ist, ein sekundärer Pflanzenstoff sein.


Betain-HCl und Betain-TMG


Gesund ist Betain tatsächlich. Dazu muss zunächst eine Unterscheidung getroffen werden. Die meisten als Nahrungsergänzungsmittel verfügbaren Präparate enthalten Betain als Betain-HCl oder Betainhydrochlrid. Darin ist zu etwa Dreivierteln Betain und zu circa einem Viertel Hydrochlorid, besser bekannt als Salzsäure, gebunden.

Betain-HCl wird eingesetzt, wenn die körpereigene Salzsäure-Produktion defizitär ist und den Margen-Darm-Trakt der Gefahr eines Befalls mit Bakterien und Parasiten aussetzt. Betain-HCl schafft hier wieder ein Gleichgewicht und eine Reihe von Folgeerscheinungen wie Sodbrennen können so abgemildert werden. Zudem wird das Gallensteinrisiko gesenkt. Die Einnahme höherer Dosen von Betain-HCl würde jedoch zu einer Übersäurung führen. Hier soll vielmehr Betain-TMG oder das bereits erwähnte Trimethylglycin verhandelt werden.


In welchen Nahrungsmitteln ist Betain enthalten?


Die beiden ergiebigsten natürlichen Quellen für dieses Betain sind Spinat, der roh oder gekocht gut 550 Milligramm Betain auf 100 Gramm enthält und Rote Bete, die es eingelegt auf 220 bis 260 Milligramm bringt sowie roh auf 130 Milligramm. 

Vorsicht: Gefrorener Spinat enthält nur noch etwa 110 Milligramm Betain. 

Daneben sind Roggenmehl (150 Milligramm pro 100 Gramm) sowie Produkte daraus zur Betain-Versorgung empfehlenswert. Betain-TMG ist darüber hinaus als Pulver erhältlich.

Zuckerrüben und Rote Bete sind besonders reich an Betain. Auch Brokkoli, Spinat und vor allem Muscheln (Miesmuscheln, aber auch Grünlippmuscheln) enthalten viel Betain. Industriell wird Betain als Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben gewonnen.




(Quelle: Wiki)

Brokkoli: Reich an Betain?


Bei entsprechender Gelegenheit wird übrigens immer darauf hingewiesen, dass Brokkoli einen hohen Anteil an Betain hat. Auch der einschlägige Artikel in Wikipedia hebt dies hervor. Unsere Nachforschungen haben jedoch ergeben, dass Brokkoli mit 0,1 Milligramm auf 100 Gramm Betain-arm ist.


Eigenschaften von Betain


Remethylierung von Homocystein zu Methionin

Betain ist neben S-Adenosylmethionin (SAMe) die wichtigste Quelle für Methylgruppen. Diese sind am Stoffwechsel der Aminosäuren Kreatin und Methionin beteiligt, aber auch wichtig für den Stoffwechsel von Lecithin und L-Carnitin. Die wohl wichtigste Eigenschaft von Betain ist seine Fähigkeit Homocystein abzubauen. Dieses Merkmal teilt es mit den Vitaminen Folsäure, B6 und B12. Homocystein ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, das heißt, sie ist kein Baustein, aus dem Proteine gebildet werden.
Schadstoff Homocystein

Dafür kann Homocystein im Körper aber eine ganze Menge Schaden anrichten. Bei hohen Werten beeinträchtigt es die Blutgefäße und spielt dadurch eine Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislaufkrankheiten. 

Außerdem wird es im Zusammenhang mit Depressionen, Demenzen, Eklampsie, Neuralrohrdefekten und Makuladegeneration genannt. Umso wichtiger ist es also, den Blutspiegel an Homocystein so niedrig wie möglich zu halten. An dieser Stelle tritt Betain auf die Bühne. So wie Homocystein im Stoffwechsel durch Demethylierung aus der essentiellen Aminosäure Methionin entsteht, kann es durch Methylierung wieder zu Methionin umgewandelt werden. Hierzu ist jedoch eine Methylgruppe erforderlich. Genau diese kann Betain beisteuern.

Als Nebenprodukt entsteht dabei zusätzlich S-Adenosylmethionin (SAMe), das seinerseits eine schützende Wirkung gegen Arthritis, Depressionen und auch Leberschäden hat. Nach Abgabe einer Methylgruppe bleibt vom Betain Dimethylglycin (DMG) übrig, aus dem Pangamsäure, ein weiterer B-Vitamin-ähnlicher Stoff, wird.
Wirkungen und Anwendungen von Betain

Nieren: Betain konnte in Untersuchungen bestimmte entzündungsfördernde Zytokine oder Wachstums- und Differenzierungs-Proteine hemmen. Dies könnte Nierenschäden bei hohem Zuckerkonsum entgegenwirken.

Leber: Grundsätzlich unterstützt Betain die Leber bei der Fettverarbeitung. Aber es wurde noch ein weiterer Effekt festgestellt. Ethnaol oder Trinkalkohol scheint das Enzym Methionin-Synthetase zu beeinträchtigen und auch so zu Leberschäden zu führen. Betain kann diese Beeinträchtigung durch die Aktivierung von Homocystein-Methyl-Transferase ausgleichen und zumindest gegen frühe Stadien der alkoholischen Leberschädigung schützen.

Alzheimer: Hier konnte in Studien nachgewiesen werden, dass Betain Alzheimer-Symptome, die durch Homocystein bedingt waren, abgemildert werden können.

Sport: Meherere Untersuchungen belegen, dass mit der Einnahme von Betain eine Leistungssteigerung einhergeht, der Abbau von Energiereserven vermindert und der Aufbau von Muskelmasse gefördert wird.

Homocystein: Durch die Einnahme von sechs Gramm Betain täglich kann der Homocystein-Gehalt im Plasma um fünf bis 20 Prozent gesenkt werden. Dies ist mit erheblichen Vorteilen für die Herz-Kreislaufgesundheit sowie der Verminderung des Demenzrisikos verbunden.

Eine weitere Studie konnte in diesem Zusammenhang darlegen, dass ein Betain-Mangel das Risiko steigert, nach einem Herzinfarkt einen zweiten Zusammenbruch zu erleiden oder von dauerhaften, weiteren Herzschädigungen betroffen zu sein.
Schwangerschaft: Erhöhte Homocysteinspiegel einer werden den Mutter steigern das Risiko für das Ungeborene, einen Neuralrohrdefekt zu erleiden.Ebenso steigt das Risiko, an einer altersbedingten Makuladegeneration zu erkranken.

Verdauung verbessern: Im Alter verschlechtern sich die Darmfunktionen des Menschen. Betain ist neben Pepsin wichtiger Bestandteil. Mangelt es an Magensäure, so kann Betain als Betain-Hydrochlorid (Betain-HCL) die Erzeugung von Magensäure (Salzsäure) verbessern.

Übrigens, in der Türkei wird das dortige Nationalgetränk, der Anisschnaps Raki, nicht nur mit Wasser getrunken. Wer es richtig stilecht machen möchte, gönnt sich als Begleiter auch ein Gläschen Salgam (sprich: Schalgam). Dies ist die türkische Variante des Sangrita, beruht aber nicht auf Tomaten- und Orangensaft, sondern enthält rote Steckrüben und Rote Bete. Auch durch das darin enthaltene Betain wird der mit dem Schnaps eingenommene Alkohol leichter verträglich und die Verdauung der begleitenden Speisen gefördert.
Nebenwirkungen, Synergien und Dosierung

Negative Folgen einer Einnahme von Betain sind unbekannt. Wohl kann es in Fällen, in denen das Enzym Demethylglycindehydrogenase nicht in ausreichenden Mengen vorhanden ist, zu einem störenden Körpergeruch kommen. Dies tritt jedoch sehr selten auf.

Um den Abbau von Homocystein zu fördern, ist es sinnvoll, Betain gemeinsam mit den Vitaminen Folsäure, B6 und B12 sowie ggf. auch SAMe zuzuführen.

Die tägliche Einnahme von 500 mg bis 2.000 mg ist empfehlenswert, um den Homocysteinspiegel zu senken und so Arteriosklerose vorzubeugen. Die Folge kann ebenfalls die Verbesserung gefäßsensibler Funktionen sein, z.B. eine Steigerung der Erektionsfähigkeit des männlichen Penis. Bei krankhaft erhöhtem Homocysteinspiegel in Blut und Urin (Homocysinurie) kann die Dosis auch auf über 2.000 mg erhöht werden.

Eine leberschützende Wirkung ist ab einer Tagesdosis von einem bis zwei Gramm Betain nachgewiesen. Die Förderung des Fettabbaus der Leber wird bereits bei geringeren Mengen erreicht. Eine signifikante Reduzierung von Homocystein ist mit höheren Dosierungen von sechs Gramm erforscht.

Studien zu Betain:


Self Nutrition Data, Broccoli, raw, http://nutritiondata.self.com/facts/vegetables-and-vegetable-products/2356/2
Kim, j., et al., „Comparative clinical trial of S-adenosylmethionine versus nabumetone for the treatment of knee osteoarthritis: an 8-week, multicenter, randomized, double-blind, double-dummy, Phase IV study in Korean patients“, Clin Ther. 2009 Dec;31(12), S. 2860 – 72.
Preston, T. C., „Treatment resistant depression: strategies for primary care“, Curr Psychiatry Rep. 2013 Jul;15(7), S. 370
Le, M. D., et al., „Alcoholic liver disease patients treated with S-adenosyl-L-methionine: an in-depth look at liver morphologic data comparing pre and post treatment liver biopsies“, Exp Mol Pathol. 2013 Oct;95(2), S. 187 – 91
Fan, C. Y., et al., „Betaine supplementation protects against high-fructose-induced renal injury in rats“, J Nutr Biochem. 2013, Epub published ahead of print.
Barak A.J., et al., „Betaine, ethanol, and the liver: a review“, Alcohol 1996;13, S. 395 – 98.
Chai, G. S., et al., „Betaine attenuates Alzheimer-like pathological changes and memory deficits induced by homocysteine“, J Neurochem. 2013 Feb;124(3), S. 388 – 96.
Pryor, J. Luke, et al., „Effect of betaine supplementation on cycling sprint performance“, Journal of the International Society of Sports Nutrition, Epub published ahead of print.
Apicella, J. M., et al., „Betaine supplementation enhances anabolic endocrine and Akt signaling in response to acute bouts of exercise“, Eur. J. Appl. Physiol., 2013 vol. 113(3) pp. 793 – 802.
Senesi, Pamela, et al., „Betaine supplement enhances skeletal muscle differentiation in murine myoblasts via IGF-1 signaling activation“, Journal of Translational Medicine, 2013, Vol. 11:174.
Cholewa, J. M., et al., „Effects of betaine on body composition, performance, and homocysteine thiolactone“, Journal of the International Society of Sports Nutrition 2013, 10:39.
McRae, M. P., „Betaine supplementation decreases plasma homocysteine in healthy adult participants: a meta-analysis“, J Chiropr Med. 2013 Mar;12(1) S. 20 – 25
Steenge G. R., et al. „Betaine supplementation lowers plasma homocysteine in healthy men and
Women“, J Nutr. 2003 May;133(5), S. 1291 – 95.
Lever M., et al., „Betaine and secondary events in an acute coronary syndrome cohort“, PLoS One. 2012, Epub published ahead of print.
Fowler B: Disorders of homocysteine metabolism. In: J Inher Met Dis 20, 1997, S. 270- 285, PMID 9211199





Sonntag, 27. Dezember 2015

Enzyme und Enzymsysteme: Was tun die in unserem Körper?

Enzyme & Co-Enzyme



Beispiel für Enzymfunktion:
http://www.br.de/telekolleg/faecher/biologie/tk-biologie-6-nahrung108.html


In jedem Augenblick unseres Lebens laufen in unserem Körper unzählige chemische Reaktionen ab. Diese Vorgänge sind ohne Enzyme nicht denkbar. Wachstum, Wärmehaltung, die Bewegung unseres Blutes, aber auch emotionale Prozesse oder unser Denken, all das hat seine physische Grundlage in der Tätigkeit von Enzymen in unserem Organismus.

Enzyme gehören in einem solch umfassenden Masse zum Leben, dass die Wissenschaft in einer lapidaren Definition dessen, was Leben eigentlich ist, geradezu feststellt: „Leben ist Enzymtätigkeit“.

Was sind Enzyme? Chemisch gesehen sind es Eiweissmoleküle -mehr oder weniger kompliziert, die oft als spezielle Bestandteile – Co-Enyzme genannt – Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Das eigentliche Charakteristische der Enzyme geht allerdings über die molekulare Struktur weit hinaus. Enzyme haben nämlich die geheimnisvolle Fähigkeit, biochemische Reaktionen in unserem Körper zu veranlassen und zu steuern. Diese einzigartige Fähigkeit wird häufig als Enzymkraft bezeichnet.

Die Forschung in diesem Bereich kennt heute etwa 2000 Enzyme und Enzymsysteme, von denen erst einige Hundert in ihrer Wirkungsweise genau bekannt sind. Wissenschafter schätzen, dass es wahrscheinlich 10‘000 oder mehr verschiedene Enzyme gibt, die alle ihre jeweils spezifischen Aufgaben in der Steuerung der Lebensvorgänge im Körper erfüllen. 

Man kann also erwarten, dass die Enzymforschung in der Zukunft noch viele wertvolle Beiträge leisten wird, um die wunderbaren Fähigkeiten der Enzyme gezielt in den Dienst der Gesundheit zu stellen.


Aber nicht nur unser Körper bildet Enzyme für die unzähligen Regelungs- und Steueraufgaben. Enzyme sind auch in unserer Nahrung enthalten, soweit sie roh, frisch und unbearbeitet ist. Diese Nahrungsenzyme helfen vor allem bei der Verdauung der Nahrung. Nehmen wir rohes Obst oder Gemüse zu uns, so werden bis zu 70% dieser Kost bereits mit Hilfe der darin enthaltenen Enzyme verdaut. Tiere in freier Wildbahn, deren Nahrung nicht erhitzt wurde, kennen keine Verdauungsprobleme, weil ihre Nahrung enzymreich ist. Eskimos, solange sie rohes Fett (Tran) und rohen Fisch assen, kannten weder Gewichtsprobleme noch Herzbeschwerden, dank der Verdauungsenzyme, die sie mit dieser Kostform reichlich aufnahmen.

Wieder einmal wird hier sichtbar, welch eine katastrophale Konsequenz für die Volksgesundheit sich daraus ergibt, dass unserer Nahrungsmittel heute meist Stufen der Verarbeitung durchlaufen, die mit Erhitzen verbunden sind. Das gilt schon so uneingeschränkt, dass es uns kaum noch auffällt. Grundnahrungsmittel wie Milch und Butter sind erhitzt (pasteurisiert). Hitze über 65 Grad Celsius zerstören Enzyme (ihre chemische Struktur bleicht dabei zwar erhalten, aber sie verlieren das, was sie zu Enzymen mach: ihre Enzymkraft, d.h. ihre Fähigkeit, als biologische Katalysatoren im Körper notwendige Reaktionen, z.B. Verdauungsprozesse, zu veranlassen.)

Die Tatsache, dass unsere Nahrung enzymarm ist, dass all das gekochte, gebratene, gedünstete, durch Erhitzen haltbar gemachte Essen keine Enzyme mehr enthält, die unsere Verdauung entlasten könnte, ist von grosser Tragweite.

 Denn was passiert nun? Unsere Bauchspeicheldrüse muss permanent Schwerstarbeit leisen, um all die Enzyme zu produzieren, die für die Verdauung erforderlich sind. Ist es da ein Wunder, dass die Bauchspeicheldrüse unter dieser Belastung krank wird oder gar zusammenbricht? Für unsere Gesundheit ist es wichtig, was (und wie) wir essen. Genau so entscheidend ist es aber, wie wir die aufgenommenen Speisen verdauen, d.h. wie wird dem Organismus die Stoffe zuführen, die er zur Gewinnung von Körperenergie und zur Regelung aller Körperfunktion Die Fähigkeit, Nahrung richtig und vollständig zu verstoffwechseln, ist der Schlüssel zu unserer Vitalität!


Es kommen zwei wesentliche Punkte hinzu:

  • Enzyme können – wie gesagt – nur jeweils eine spezifische Funktion im Organismus erfüllen; z.B. verdauen eiweissspaltende Enzyme kein Fett
  • Wir habe bereits gesehen, dass Enzyme, die wir mit der Nahrung aufnehmen, die körpereigene Enzymproduktion wirksam entlasten könne. Wenn wir also enzymreiche Kost zu uns nehmen, wird unsere körpereigene Enzymproduktion nicht durch die Herstellung von Verdauungsenzymen überlastet, sondern hat sozusagen freiwerdende Kapazität, um all die anderen Enzyme zu bilden, die für die Erhaltung oder Wiederherstellung unserer Gesundheit notwendig sind


Der amerikanische Enzymforscher Dr. Edward Howell hat festgestellt, dass jeder von uns ein bestimmtes Enzympotential mitbringt, das im Laufe des Lebens aufgebraucht wird. Ist dieses Potential verbraucht, dann geht das Leben zu Ende. Howell gebraucht ein anschauliches Bild. Er sagt, dass unser Enzympotential wie ein Bankkonto ist, das ein bestimmtes Guthaben aufweist. Enzymarme Kost bedeutet, dass wird Guthaben vor der Zeit aufbrauchen, mit den nachteiligen Folgen eines Verlustes der Vitalität. Zum Glück können wir unser Enzym-Konto durch Nahrungsenzyme auffüllen, die wir unserem Organismus durch geeignete und erhitzte, unverarbeitete Kost oder durch entsprechende Enzym-Präparate zuführen. Unser Guthaben steigt wieder.



Dr. Howell hielt diese Gesetzmässigkeit für so grundlegend, dass er sie in einem Satz zusammenfasste, den er als Enzym-Ernährungs-Axiom bezeichnet hat. Dieser Satz lautet: 

„Die Lebensdauer eines Organismus verhält sich umgekehrt proportional zum Verbrauch seines Enzympotentials. Die vermehrte Zufuhr von Nahrungsenzymen bewirkt eine entsprechende Verringerung im Verbrauch des körpereigenen Enzympotentials“


Viele Menschen haben mittlerweile die Bedeutung von Vitaminen, Spurenelementen oder anderen Mikronährstoffen für die Erhaltung ihres Wohlbefindens erkannt. Diese Substanzen sind, wie wir gehört haben, oft Bestandteil von Enzymen und Enzymsystemen. Daher kommt ihre Wirksamkeit. 

Die gleiche Aufmerksamkeit verdienen die Nahrungsenzyme, die wir durch Rohkost oder entsprechende Supplementierung durch Enzym-Präparate aufnehmen, um unser lebensspendendes Enzympotential zu erhalten.


Lecithin: Für ein gesundes Nervensystem und regulierte Blutfettwerte.


Lecithin


(Quelle: Wiki)


Für ein gesundes Nervensystem und regulierte Blutfettwerte.

Lecithin enthält Cholin und Inositol, die zur Gruppe der B-Vitamine gehören. Cholin ist eine Vorstufe von Acetylcholin, eine Substanz, die für die Reizübertragung im Nervensystem sorgt. Cholin und Ino-sitol tragen zu einem gesunden Fett- und Cholesterin-Stoffwechsel bei. Lecithin hat eine regulierende Wirkung auf die Blutfette.



Lecithin findet sich neben 

  • Sojabohnen 
  • in Erdnüssen, 
  • Weizenkeimen, 
  • Leber und 
  • Eigelb. 
Untersuchungen deuten darauf hin, dass Lecithin die Gedächtnisleistung verbessern kann. Ausserdem hat man in einigen Studien eine Senkung erhöhter Cholesterinspiegel und eine Verbesserung des Hautzustandes erreichen können.




Studien belegen die Wirksamkeit des Lecithins



Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Lecithin den Transport von Cholesterin durch die Blutgefäße ermöglicht. Dadurch entfernt Lecithin überschüssiges Cholesterin aus dem Blutkreislauf und senkt somit letztendlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch der positive Effekt auf Lebererkrankungen, wie alkoholischer Fettleber und Hepatitis, gilt als gesichert, ebenso die unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Colitis ulcerosa, einer chronischen Dickdarmentzündung.


Zumindest bei einem Teil von Patienten, die an erkrankt sind, kann Lecithin außerdem die Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen verbessern. Wissenschaftler vermuten, dass Lecithin auf diese Weise den Ausbruch der degenerativen Erkrankung verzögern kann. Sportler profitieren von Lecithin in erster Linie aufgrund seiner Funktion als Energiespender für die Muskulatur. Sie arbeitet effektiver und braucht weniger Zeit, um nach dem Training zu regenerieren.

Nahrungsergänzung kann sinnvoll sein



Normalerweise wird Lecithin mit der Nahrung ausreichend aufgenommen. So steckt der Vitalstoff etwa in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Hefe, Fisch und Weizenkeimen. Bei starker körperlicher oder geistiger Belastung, wie z. B. in stressigen Phasen, beim Sport oder in der Schwangerschaft, kann der Vitalstoff dem Körper zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

 Das in Pillen, Pulvern und Ampullen eingesetzte Lecithin ist pflanzlichen Ursprungs und wird aus der Soja-Bohne gewonnen. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Durchfall sind bisher nur bei viel zu hoher Dosierung beobachtet worden.

CLA: eine bemerkenswerte Substanz

Konjugierte Linolsäure (CLA)



(Quelle: Wiki)


Die bioaktive Substanz Konjugierte Linolensäure (abgekürzt = CLA = Conjugated Linoleic Acid) findet sich fast ausschliesslich in tierischen Produkten (Fleisch und Milch unserer Wiederkäuer), obwohl es in geringen Mengen auch in bestimmten vegetabilen Ölen vorkommt. 

Die wichtigsten Nahrungsquel­len des Menschen für CLA sind Milch, Käse und Joghurt. 


Die Forschung auf dem Gebiet der CLAs wird in verschiedenen Bereichen vorangetrieben, darunter Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes und Gewichtskontrolle. Die Beweislage ist allerdings in allen Bereichen noch nicht eindeutig.


Schutz vor Krebs


Frühe Untersuchungen an Tiermodellen zeigten, dass CLAs Krebsbildung und -wachstum hemmen können. Heute gibt es einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass CLAs vor bestimmten Krebsarten schützen können. 

Die meisten Hinweise über die Auswirkungen von CLAs auf Brust-, Haut-, Leber- und Darmkrebs stammen allerdings aus Studien mit tierischem und menschlichem Gewebe. 

Obwohl klinische Studien begrenzt sind, haben aktuelle Arbeiten gezeigt, dass ein verringertes Brustkrebsrisiko mit einer gesteigerten Aufnahme von CLAs, einem erhöhten Verzehr von Käse und hohen Blutkonzentrationen an CLAs in Verbindung steht. 

Derartige Verbindungen sind allerdings nicht ausreichend als Beweis für einen Ursache-Wirkung Zusammenhang, und weitere Studien am Menschen sind notwendig, um diese viel versprechenden Ergebnisse weiter zu verfolgen.

Herz-Kreislaufkrankheiten



Einer der größten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind überhöhte Blutfettwerte, insbesondere hohe Konzentrationen an LDL (low-density-lipoprotein)-Cholesterin (das „schlechte" Cholesterin). Die Spekulationen über den potenziellen Nutzen von CLAs wurden durch die Resultate von Tiermodellen angeregt, doch die begrenzte Anzahl an menschlichen Studien hat bislang nicht zu einem eindeutigen Nachweis der nützlichen Wirkung von CLA auf Blutfett und Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien) geführt.


Diabetes


Die Häufigkeit der Typ II Diabetes (die Art, die normalerweise mit Übergewicht in Verbindung gebracht wird) nimmt in Europa in dramatischer Weise zu. Es gibt einige Hinweise für die Fähigkeit von CLAs, den Glukosestoffwechsel zu normalisieren. Obwohl auch hier die Forschungen noch lange nicht beweiskräftig sind, sind weiterführende Arbeiten wünschenswert.


Körperbau


Es hat sich gezeigt, dass CLAs den Körperbau von im Wachstum befindlichen Mäusen ändern können, indem der Energieverbrauch angekurbelt, Muskeln auf- und Fett abgebaut wird. Beim Menschen konnten ähnliche Effekte noch nicht nachgewiesen werden und sehr viel mehr Arbeit wird hier noch investiert werden müssen.


Quellen von CLAs


CLAs finden sich in fetthaltigen Lebensmitteln von Wiederkäuern, wie beispielsweise in Vollmilch und Milchprodukten sowie Fleisch. Es ist möglich, den CLA-Gehalt dieser Lebensmittel durch eine erhöhte Menge an pflanzlichen Ölen mit hohem Linolsäuregehalt (wie Sonnenblumen- und Sojaöl) im Kuhfutter zu steigern. 

Es hat sich herausgestellt, dass sich so der CLA-Gehalt der Milch erhöhen lässt. Außerdem wird der CLA-Gehalt der Milch erhöht, wenn die Kühe auf Weideland grasen, insbesondere wenn das Gras in einer frühen Wachstumsphase ist.




Weitere Forschung notwendig


Obwohl die Forschungsergebnisse vielversprechend erscheinen, lassen sich keine sicheren Folgerungen bezüglich des idealen CLA-Gehalts der Ernährung treffen, und bislang gibt es auch keine Ernährungsempfehlungen für die Aufnahme von CLAs. Eines der noch zu untersuchenden Gebiete, ist die Aufnahme von CLAs in großen Mengen. Wie bei vielen anderen Entdeckungen im sich ständig weiterentwickelnden Gebiet der Ernährung, ist auch hier noch weiterführende Forschung notwendig.

Literatur

  • Cannella C and Giusti AM (2000) Conjugated linoleic acid: a natural anticarcinogenic substance from animal food. Ital. J Food Sc, 12:123-27
  • Lawson, RE, Moss, AR & Givens, DI (2001) The role of dairy products in supplying conjugated linoleic acid to man's diet: a review. Nutrition Research Reviews 14, 153-172
  • Stanley, J & Hunter, K (2001) The wonder nutrient. Chemistry and Industry, 19th November, 729-731

Länger fit dank Alpha-Liponsäure

Länger fit dank Alpha-Liponsäure


Eines ist sicher: Alpha-Liponsäure bremst den Alterungsprozess. In vielen Fällen ist eine ergänztende Zufuhr nützlich.


Soll man Moleküle zu sich nehmen, die der Körper auch selber produziert? Im Idealfall, das heisst bei gesunder Ernährung und Lebensführung, brauchen wir das nicht. Unter weniger idealen Voraussetzungen kommt es auf das Verhältnis der Haupt- und der Nebenwirkungen sowie die Kosten an. Bei der Alpha-Liponsäure ALA stimmt dieses Verhältnis.


Länger fit und aufnahmefähig


Als Zellbiologe und ­Medizinschriftsteller weiss Josef Pies, welche wichtigen Aufgaben die Alpha-Liponsäure in der Zelle erfüllt. Weil er die Gefahr von Nebenwirkungen als vernachlässigbar einschätzt, wollte Pies auch einmal praktisch testen, wie diese Säure wirkt, wenn man morgens und abends je 50 Milligramm davon schluckt. Er berichtet: «Nach wenigen Wochen liessen die oft als Weh­wehchen abgetanen ersten Altersbeschwerden wie Gelenkschmerzen nach, und ich bin heute auch nach harten Arbeitstagen länger fit und aufnahmefähig. Dass ich die erste Grippewelle unversehrt überstanden habe, muss ich nicht ausdrücklich betonen.»
Das klingt ziemlich allgemein und kaum kontrollierbar. ALA wirkt nun einmal weniger spezifisch gegen bestimmte Krankheitsbilder, sondern mehr allgemein unterstützend. Zusammen mit den Vita­minen C und E, mit dem ­Ko-Enzym Q10 und dem körpereigenen Eiweiss Glutathion ist ALA einer der fünf wichtigsten Radikalenfänger – ein Schlüsselspieler in unserer Immun­abwehr.

Gegen Alzheimer und Multiple Sklerose


Doch ALA hat das breiteste Anwendungsgebiet. Als Einziger der fünf Radikalenfänger ist die Säure sowohl wasser- als auch fettlöslich, und kann die Blutschranke des Gehirns durchdringen. Das ist auch der Grund, warum ALA inzwischen auch auf die Wirkung gegen Alzheimer und Multiple Sklerose getestet wurde, und zwar mit einigem Erfolg.
Ein Versuch mit neun Alzheimer-Patienten mit je 600 Milligramm täglich ­verlief so ermutigend, dass er nach zwölf Monaten auf 43 Personen ausgedehnt wurde. Die Krankheit konnte zwar nicht gestoppt, aber deutlich verlangsamt werden. In einer anderen Studie wurde ALA mit Acetyl-l-Carnitin kombiniert, was die Wirkung noch verbessern soll.
Eine der wichtigsten Wirkungen von ALA besteht darin, dass sie die Verzuckerung von Eiweiss verhindert. Die Häufung von verzuckerten Eiweissen (Advanced Glycation Endproducts oder AGE) ist eines der zentralen Merkmale des Alterungsprozesses und betrifft vor allem langlebige Eiweissverbindungen, wie sie etwa in den Augenlinsen oder in der Markscheide der Nervenzellen (im Myelin) oder im Kollagen der Haut vorkommen. Das erklärt die vorbeugende Wirkung von ALA, etwa gegen grauen Star, gegen die durch eine Schädigung der Myelinschicht verursachte Multiple Sklerose oder gegen Hautschäden.

Hilft bei Diabetes

Gut erforscht ist die ­Wirkung von ALA bei Diabetes mellitus und beim metabolischen Syndrom, der Vorstufe von Diabetes. (Hoher Blutdruck, Übergewicht, hohe Blutfettwerte.) Bei ­Diabetes besteht das Problem darin, dass die Zellen ­insulinresistent werden und sich weigern, die im Blut ­zirkulierende Glucose aufzunehmen. Dabei kommt es zu oxydativem Stress bzw. zur Bildung von freien Radikalen. ALA hilft dabei in doppelter Weise. Erstens, ­indem sie die Aufnahme von Glucose in der Zelle um bis zu 50 Prozent steigert, und zweitens, indem sie die freien Radikalen bekämpft.
ALA wirkt schneller, wenn sie direkt ins Blut gespritzt wird. Dabei kommen Dosierungen von über 1000 Milligramm zum Einsatz. ­Einige Ärzte bieten solche Kuren an (etwa in Kombination mit niedrig dosiertem Naltrexon). Ein wichtiges Anwendungsgebiet sind die – sehr schmerzhaften – diabetischen Nervenstörungen und Blutzuckerstörungen. Indem ALA beim Abbau von Blutzucker hilft, entlastet es die Bauchspeicheldrüse.
Der US-Arzt Burt Bergson schwört auf intravenöse ALA. In seinem Buch ­«Alpha Lipoic Acid Break­through» dokumentiert er Heilerfolge, unter anderem bei Lungen- und Bauch­speicheldrüsenkrebs.
Eine Tagesdosis von 200 bis 300 Milligramm ALA kostet je nach Quelle etwa 20 bis 35 Rappen. ­Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Diabetiker müssen ihre Medikamente neu einstellen. Ein Versuch könnte sich lohnen.

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Mehr Omega-3 aus Pflanzenöl lohnt sich

Omega-3-Fettsäuren: Leinöl statt Fischöl?

Überfischte Meere, hohe Schwermetallkonzentrationen im Fisch und Arten, die vor der Ausrottung stehen: Die Versorgung mit Fisch und Meerestieren und damit auch mit den wertvollen Omega-3-Fettsäuren wird knapp. 

Alternative Quellen sind gefragt und so untersucht die Universität Jena, welchen Beitrag pflanzliche Öle leisten können.







(Quelle: Schweiz. Gesellschaft für Ernährung)




Meeresfisch enthält besonders viel der langkettigen Omega-3-Fettsäuren – auch n-3-Fettsäuren genannt. Diese ungesättigten Fettsäuren wirken entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und können Herzerkrankungen vorbeugen. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), zweimal pro Woche Fisch zu verzehren. 


Als Alternative zu Meerestieren sind pflanzliche Öle mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren in den Fokus der Forschung gerückt. Aktuelle Studien der Universität Jena untersuchen, ob diese Pflanzenöle ebenfalls positiv auf verschiedene Blutfraktionen des Menschen wirken. 

Die Untersuchungen gehören zum Projekt „Metabolismus und kardioprotektive Wirksamkeit von vegetabilen ‘land-based‘ n-3-Fettsäuren“, das von der Deutschen Forschungs-gemeinschaft gefördert wurde.

Komplizierter Stoffwechsel der Fettsäuren




Die zu den pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren zählende Alpha-Linolensäure (ALA) ist für den Menschen essenziell. Die Experten der DGE empfehlen, 0,5 % der gesamten Energie über Alpha-Linolensäure aufzunehmen, das entspricht etwa 1,5 Gramm pro Tag. 

Während die am häufigsten verwendeten Raps- und Sojaöle etwa 7-10 % ALA enthalten, zeichnet sich Leinöl mit bis zu 60 % als beste Nahrungsquelle aus. Bereits ein Esslöffel Leinöl liefert etwa 2-4 Gramm ALA. Auch Walnuss-, Raps- oder Hanföl sind wertvolle Lieferanten, ebenso Leinsamen und Walnüsse. 

Perillaöl enthält mit etwa 60 % ebenfalls einen sehr hohen ALA-Anteil; die Verwendung beschränkt sich jedoch vorwiegend auf asiatische Länder. Echiumöl, seit 2008 als Novel-Food in Europa zugelassen, verfügt über einen ALA-Anteil von 30-40 % und enthält auch nennenswerte Mengen der Stearidonsäure (SDA, C18:4 n-3), die eine Doppelbindung mehr als ALA (C18:3 n-3) hat. 

Echiumöl wird aus dem Samen von Pflanzen der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) gewonnen; für das Öl kommen Arten des sogenannten Nattern­kopfs – Echium vulgare und Echium plantagineum – zum Einsatz.



Ebenfalls essenziell ist die Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. Sie findet sich vor allem in Distel-, Sonnenblumen-, Maiskeim- und Sojaöl. Sowohl Alpha-Linolensäure (ALA) als auch Linolsäure (LA) werden im Stoffwechsel mit Hilfe derselben Enzyme verlängert bzw. umgebaut und stehen daher in Konkurrenz zueinander. Die Verlängerung der ALA zu ihren langkettigen und biologisch eigentlich wirksamen Metaboliten Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) ist daher begrenzt. 

Forscher schätzen, dass Erwachsene etwa 5-10 Prozent der Alpha-Linolensäure zu EPA und 0,5 Prozent zu DHA umbauen.





Pflanzliche Quellen als Ausgangsstoff



Trotz der begrenzten Umwandlungsraten spielt ALA hierzulande eine wesentliche Rolle als Ausgangsstoff für EPA und DHA. 

Die Wissenschaftler aus Jena haben anhand von Interventionsstudien nun untersucht, ob eine Supplementation von ALA zu einer effektiven Anreicherung dieser langkettigen Omega-3-Fettsäuren in den drei Blutfraktionen Plasma, rote Blutkörperchen sowie Immunzellen wie Mono- oder Lymphozyten führt. Verbessern sich dadurch der Omega-3-Status und das Verhältnis der Fettsäuren im Körper? 
Und führt die Einnahme der Pflanzenöle zur Anreicherung von EPA und DHA im Blut? 


Für das Projekt kamen ALA-reiche Öle wie Leinöl und Echiumöl zum Einsatz. Während der Testphase durften die Teilnehmer weder Fisch noch Lein- oder Rapsöl aufnehmen.

An den randomisierten, doppelblind kontrollierten Interventionsstudien nahmen insgesamt 154 Probanden teil. Die Studienteilnehmer wurden nach Alter, Geschlecht und Stoffwechselsituation in Gruppen aufgeteilt und erhielten acht Wochen lang unterschiedliche Omega-3-reiche Pflanzenöle oder Kontrollöle (Fischöl, Olivenöl).


Bessere Blutwerte durch Planzenöle


Eine Teilstudie untersuchte beispielsweise ausschließlich die Gruppe mit 21 stoffwechselgesunden jungen Probanden (im Schnitt 26 Jahre alt), die über einen Zeitraum von acht Wochen täglich zwei Esslöffel Echiumöl erhielten. Im Lauf der Studie verbesserten sich die Blutfettwerte und die Konzentration von EPA im Blut stieg an. In einer weiteren Untersuchung waren die Probanden im Schnitt 62 Jahre alt, übergewichtig und litten an Bluthochdruck sowie Störungen des Blutzuckerstoffwechsels, das heißt an einem prämetabolischen Syndrom. Die Teilnehmer – neun Männer und zehn Frauen – bekamen acht Wochen lang täglich zwei Esslöffel ALA-reiches Öl verabreicht. Beim Vergleich der Werte vom Beginn der Studie und nach acht Wochen zeigten sich rund doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren im Blut. Außerdem verbesserten sich die Blutdruck- und die Blutfettwerte.

Insgesamt wiesen alle Probanden der verschiedenen Studiengruppen durch die Supplementation höhere Gehalte an ALA und der langkettigen Omega-3-Fettsäuren im Plasma, in den Erythrozyten und weißen Blutzellen auf. Im Mittel stiegen die Omega-3-Fettsäuren über die achtwöchige Interventionsdauer mit Leinöl in allen Blutfraktionen um das 1,5- bis 2-Fache an. 


Der höchste Anstieg erfolgte schon innerhalb der ersten Interventionswoche. Auch das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren verbesserte sich über die gesamte Studiendauer. 

Auf die Blutlipide nahm die Zufuhr von Leinöl ebenfalls Einfluss: Während die Triglyzeride unverändert blieben, sanken das Gesamtcholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterin im Serum der männlichen Probanden. 

Gleichzeitig stieg bei beiden Geschlechtern das „gute“ HDL-Cholesterin signifikant an und das LDL/HDL-Verhältnis verringerte sich. Auch der Blutdruck verbesserte sich tendenziell.

Problemfall abnehmende DHA-Gehalte



Im Verlauf der Studien mit den ALA-reichen Pflanzenölen verringerte sich allerdings der Anteil von DHA im Blut. Eine Erklärung ist die limitierte Umwandlung von ALA zu ihren langkettigen Metaboliten. 

Ergebnisse australischer Wissenschaftler deuten darauf hin, dass eine DHA-Anreicherung durch alleinige Zufuhr an ALA als Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren dann möglich ist, wenn die Gehalte an anderen mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonders an Linolsäure (Omega-6) in der Nahrung gering sind. 

Die übliche Ernährung beinhaltet jedoch eine hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren bei einem gleichzeitig geringen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. 

Das Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren ist daher heute bei etwa 8 bis 15:1, als wünschenswert gilt ein Wert von 5:1.


 Auch dadurch wird die Umwandlungsrate begrenzt und könnte bei einer anderen Nahrungszusammensetzung vermutlich auch verbessert werden.

Die interventionsbedingte Verringerung der DHA-Gehalte in den Blutfraktionen muss allerdings nicht bedeuten, dass in den Geweben ebenfalls weniger DHA vorzufinden ist. In älteren Tierversuchen wurde eine DHA-Anreicherung im Gehirn durch Supplementation von ALA beobachtet, während sich die Werte im Plasma sowie im Herz- und Lebergewebe nicht veränderten. 

Eine weitere Erklärung für die abnehmenden DHA-Gehalte im Blut könnte darin bestehen, dass auf EPA- und DHA-reiche Lebensmittel wie Fisch über die gesamte Interventionsdauer verzichtet werden sollte. 

Somit kann der sinkende DHA-Gehalt auch mit der verminderten Zufuhr über die Nahrung zusammenhängen.



Körper passt sich an Aufnahme an



Beim Menschen hängt die Umwandlungsrate von Alpha-Linolensäure zu EPA und DHA neben der Zusammensetzung der Nahrung vermutlich auch vom individuellen Ernährungsstatus ab. Ist die Aufnahme über die Nahrung knapp, baut der Körper vermutlich mehr EPA und DHA aus ALA auf. 

Darauf lassen Daten aus der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) schließen. Forscher ermittelten, wie der Stoffwechselstatus an Alpha-Linolensäure, EPA und DHA bei unterschiedlicher Ernährung aussieht. Sie unterteilten in Fischesser, Nicht-Fischesser, Vegetarier und Veganer. 

Die Ergebnisse zeigten, dass zwar der größte Anteil an EPA und DHA aus Fisch stammte und die Gesamtaufnahme an Omega-3-Fettsäuren bei den Nicht-Fischessern nur zwischen 57 und 80 Prozent der Fischesser betrug. 

Der Blutstatus war jedoch weniger unterschiedlich, als die Forscher erwartet hatten. Möglicherweise erhöht sich folglich die Umwandlungsrate von Alpha-Linolensäure zu EPA und DHA, wenn die Nahrung langfristig nur geringe Mengen an EPA und DHA enthält.



Mehr Omega-3 aus Pflanzenöl lohnt sich

Leinöl und andere pflanzliche Öle, die reich an Alpha-Linolensäure sind, tragen nach diesen Studien dazu bei, dass im Stoffwechsel verschiedene langkettige Omega-3-Fettsäuren wie Eicosatetraen- und Eicosapentaensäure sowie Docosapentaensäure. gebildet werden. 

Diese Fettsäuren reichern sich durch eine ALA-Intervention in den Blutfraktionen Plasma, Erythrozyten und anderen Blutzellen an und verbessern so den Status der Omega-3-Fettsäuren in Gewebe. 

Leinöl und andere ALA-reiche Pflanzenöle sind dennoch nur bedingt geeignet, um Fisch als Quellen langkettiger Omega-3-Fettsäuren in der menschlichen Ernährung vollständig zu ersetzen, da der DHA-Abfall durch die ALA-Supplementation nicht kompensiert werden konnte. 

ALA-reiche Pflanzenöle haben jedoch das Potenzial, einer zu niedrigen Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren gegenzusteuern und einen Omega-6-Überschuss in der westlichen Ernährung vorzubeugen. Voraussetzung ist, Lein­öl und andere ALA-reiche Öle langfristig anstelle herkömmlich genutzter Öle wie Sonnenblumen- oder Maiskeimöl zu verwenden, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind. Möglicherweise steigt dann auch die Umwandlung zu DHA weiter an.

Quelle: Kuhnt K: UGBforum 6/14, S. 297-300