Montag, 20. Juli 2015

Carotinoide: Nur gemeinsam stark

Carotinoide



Wenn die Carotinoide heute als die Stars unter den Antioxidanzien angesehen werden, dann auch deshalb, weil man ihre spezifische Wirkungsweise immer besser erkannt hat. Es gibt rund 600 ver­schiedene Carotinoide: wir kennen aber gewöhnlich nur eines: Beta-Carotin. Dessen schützende Wir­kungen in der Krebsvorsorge sind seit Jahren bekannt und belegt. 


In Frage gestellt wurden sie durch zwei – seither berühmt gewordene – umfangreiche Studien 1994 und 1996, die u.a. die Häufung von Lungenkrebs bei (langjährigen) Rauchern nach der Einnahme von Beta-Carotin zu beweisen schien. Diese Ergebnisse standen im auffälligen Gegensatz zu vielen Untersuchungen, die vorher – und nach­her – gemacht wurden. 
Als man mögliche Gründe untersuchte, kam – neben Unzulänglichkeiten in der Durchführung der Studie – ans Licht, dass isoliertes, synthetisch erzeugtes Beta-Carotin verwen­det worden war, eine Substanz also, die in der Natur nicht vorkommt. 

Das Typische in der Natur ist eben, dass die Carotinoide nicht isoliert, sondern gemeinsam auftreten.
Nach dieser Erfahrung empfehlen die Nährstoffwissenschaftler, Beta-Carotin als Komplex aus natürli­chen Quellen zu verwenden, weil dadurch immer gewährleistet ist, dass auch andere Carotionoide aufgenommen werden. 
Dies begünstigt die Aufnahme und Wirksamkeit von Beta-Carotin, ähnlich wie wir dies auch von den Vitaminen der B-Familie kennen, die ihre synergetische Wirkung im Orga­nismus am besten enthalten, wenn sie gemeinsam genommen werden.

Die spezifischen Wirkungen einzelner Carotionoide wie Lutein und Lycopene sind seither immer bes­ser erforscht worden, aber viele der 600 Arten schlafen noch eine Art „Dornröschenschlaf“; warten also noch darauf in die Reihe der Stars unter den Antioxidanzien aufgenommen zu werden.


Durchschnittlicher ß,ß-Carotin Gehalt in mg/100g essbarer Portion der genannten Obst- und Gemüsearten





Sonntag, 19. Juli 2015

Vitamin E: Latente Mangelerscheinungen sind von Bedeutung


Vitamin E

Vitamin E (Tocopherol) ist seit ca. 1930 als Nahrungsbestandteil bekannt. Aber es sollte noch bis 1968 dauern, bist Vitamin E beim Menschen als lebenswichtiger Nährstoff anerkannt wurde. 
In den dazwischen liegenden Jahren wurde es sogar von schulmedizinischen Kreisen verlacht und als ein Vitamin bezeichnet, das „noch eine Krankheit finden muss!“.

Das ist vorwiegend darauf zurück zu führen, dass beim erwachsenen Menschen ein klinisch deutlich erkennbarer Mangel an Vitamin E sehr selten ist. Mangelerscheinungen können bei Störung der Absorption (Aufnahme im Darm) bei Darmerkrankungen vorkommen. 

Ein Mangel führt zu Zersetzungserscheinungen der roten Blutkör­perchen sowie Muskelschwäche. 
Von grosser Bedeutung sind jedoch latente Mangelerscheinungen von Vitamin E, die mit zahlreichen Krankheiten in Beziehung gebracht werden, z.B. 
  • Arteriosklerose, Krebs, 
  • Infektionen, 
  • Alterungserscheinungen, 
  • Rheuma, 
  • Diabetes, 
  • Nervenerkrankungen (z.B. Alzhei­mer-Krankheit), 
  • Katarakte (Grauer Star, Altersstar), 
  • Schlaganfall.



Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation haben Menschen mit einem niedrigen Vita­min-E-Spiegel ein viermal höheres Risiko, an koronarer Herzkrankheit zu sterben als solche mit reich­lich Vitamin E im Blut. In diesen Untersuchungen konnte ein noch genauerer Zusammenhang zwi­schen Vitaminmangel und den Folgen der Arteriosklerose nachgewiesen werden.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: 

Fehlt es einem Mann an Vitamin E und auch an Vitamin A, wird er mit 73%-iger Wahrscheinlichkeit einen Infarkt erleiden; kommt noch ein Mangel an Vitamin C und Beta-Carotin hinzu, steigt dieses Risiko auf 89%.

Nach Dr. Pflugbeil ist die wichtigste biologische Funktion von Vitamin E seine antioxidative Wirkung gegen freie Radikale. 

Sie macht es zu einer wertvollen Hilfe gegen zwei weitere grosse Krankheiten unserer Zeit: gegen Krebs und gegen Rheuma. Wie Dr. Pflugbeil mitteilt, kann Vitamin E bei Erkran­kungen des rheumatischen Formkreises die Entzündung aufhalten und die Heilung unterstützen, den Verbrauch an Medikamenten senken und dadurch deren Nebenwirkungen eindämmen.

 „Sowohl bei chronischer Polyarthritis als auch bei aktivierter Arthrose lindert hochdosiertes Vitamin E die Schmerzen in den befallenen Gelenken, es verbessert die Griffstärke der Hand bzw. verlängert die Gehstrecke.“ Schreibt Dr. Pflugbeil

Vitamin E gilt als wichtigstes fettlösliches Antioxidanz. Es schützt die fettähnlichen Strukturen der Zellmembran vor dem Einfluss von freien Radikalen. Antioxidanzien findet man in jeder Zelle und in grösseren Mengen in den Körperflüssigkeiten und im Blut. Verschiedene Zellkomponenten werden durch unterschiedliche Antioxidanzien geschützt:
Strukturen, die Lipide enthalten (Zellwände, Lipoproteine im Blut, Nervenscheiden) sind besonders reich an Vitamin E und A und Coenzym Q 10.
Vitamin C, Cystein und Beta-Carotin zirkulieren in Körperflüssigkeiten ausser- und innerhalb der Zel­len.
Die meisten dieser Antioxidanzien entgiften freie Radikale, indem sie den „elektronenhungrigen“ freien Radikalen ein Elektron spenden und diese so in stabile, reaktionsschwache Verbindungen ver­wandeln. Das Antioxidanz wird durch diesen Prozess jedoch aufgebraucht oder oxidiert. Deshalb müssen die Körperspeicher für Antioxidanzien ständig nachgefüllt werden.
Ohne Vitamin E würden wird „rosten“ wie altes Eisen bzw. ranzig werden wie altes Fett. 
Zusammen mit Vitamin C und Beta-Carotin bildet dieses Vitamin den Schutzschild gegen den andauernden oxi-dativen Angriff auf die Zellstrukturen. Es unterstützt das Immunsystem und verbessert die Repara­turmechanismen der Zellen. Die Sauerstoffversorgung des Gewebes und die Fliesseigenschaft des Blutes werden verbessert.



Vitamin E und seine Aufgaben


Vitamin E erfüllt zahlreiche Aufgaben in unserem Körper. Sie lassen sich vor allem auf die antioxidati-ve Funktion von Vitamin E zum Schutz vor freien Radikalen zurückführen. Bei folgenden körperlichen Prozessen spielt Vitamin E eine wichtige Rolle:


·         Schutz der Zellwände, Zellmembranen und Hormone
·         Förderung des Eiweissstoffwechsels
·         Unterstützung des Nervensystems
·         Hemmung der Blutplättchen-Verklumpung
·         Stärkung der Immunabwehr
·         Verbesserung der Sauerstoffversorgung im Gewebe

Es ist nachgewiesen, dass ein Mangel an Vitamin E die Entstehung von vielen Zivilisationskrankheiten begünstigt. Bei bestehenden Erkrankungen kann die Einnahme von hochdosierten Vitamin-E-Präparaten den Krankheitsverlauf lindern und die Heilung beschleunigen.
Es tut jeder gut daran, zusätzlich Vitamin E als Nahrungsergänzung zu nehmen. Über die Nahrung allein ist es schwierig Vitamin E in der Menge aufzunehmen, die eine ausreichende Versorgung des Körpers garantiert. Man nimmt Vitamin E vorzugsweise mit den Mahlzeiten ein. Dann wird das fett­lösliche Vitamin am besten im den Nahrungsfetten im Darm verwertet. Seine vorbeugende oder hei­lende Wirkung kann das Vitamin nur bei einer regelmässigen Einnahme entfalten.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Frankfurt am Main empfiehlt bei Erwachsenen eine Mindestaufnahme von 12 mg Alpha-Tocopherol täglich. Diese Menge ist aber nur danach berechnet, dass durch sie akute Mangelsymptome verhindert werden. Der gesundheitliche Nutzen, der durch eine Mehraufnahme von Vitamin E erreicht werden könnte, ist dabei nicht berücksichtigt. 
Eine solide Do­sierung ist ein Vitamin-E-Präparat mit 400 i.E. Dies kann als Unterhaltsdosierung eingenommen wer­den, aber bei den genannten Erkrankungen auch schon therapeutischen Nutzen zeigen.
Auch die Einnahme hoher Dosen Vitamin E, also bis 1000 i.E. ist zur Entfaltung seiner heilenden Wir­kung empfehlenswert. Es sind übrigens auch bei diesen Dosierungen keinerlei toxischen Reaktionen bekannt geworden. 
Sogar Mengen von bis zu 2000 i.E. pro Tag sind über einen längeren Zeitraum eingenommen worden, ohne dass irgendwelche Nebenwirkungen beobachtet worden wären.
Menschen die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten jedoch mit sehr hohen Dosen vorsichtig sein. Da Vitamin E das Blut auf natürliche Weise verdünnst, könnten Personen, die diese Medikamente benutzen, eine erhöhte Neigung zu Blutungen zeigen.
Diabetes-Patienten sollten achtsam sein, wenn sie beginnen, hohe Dosen Vitamin E zu sich zu neh­men, weil das Vitamin den Bedarf an Insulin herabsetzen und niedrigen Blutzucker bei derselben Menge an Insulin produzieren könnte. Hier empfiehlt sich eine allmähliche Steigerung der Dosierung nach anfänglicher Zufuhr von 200 i.E. pro Tag.


Ungesättigte Fettsäuren verbrauchen Vitamin E


Viele fettreiche Nahrungsmittel sind nicht nur reich an Vitamin E, sondern enthalten auch grosse Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. Linolsäure, Omega-3-Fettsäuren). Diese sind im Körper ständig der Gefahr einer Oxidation ausgesetzt. Und um sie davor zu schützen verwendet der Körper Vitamin E als Antioxidans. Das bedeutet, dass ein hoher Anteil des Vitamin E wird durch die, mit derselben Nahrung zugeführten – und für die Ernährung ebenfalls unentbehrlichen - Fettsäuren sofort wieder verbraucht. So sind zwar Fisch relativ reich an Vitamin E, aber ihr hoher Gehalt an Fischölfettsäuren ist dafür verantwortlich, dass der Körper für deren Oxidationsschutz mehr Vitamin E verbraucht als im Fisch vorhanden ist.
Daher ist es ratsam zusätzlich Vitamin-E-Präparate einzunehmen, wenn man Fischölkapseln als Nah­rungsergänzung konsumiert. Dies kann z.B. bei Rheuma oder Arteriosklerose der Fall sein. Pro Gramm ungesättigter Fettsäure wird eine Zusatzdosis von 0.9 mg Vitamin E empfohlen.





Tocopherole


Vitamin E ist nicht eine einzige chemische Substanz, sondern es gibt in der Natur insgesamt vier leicht unterschiedlich aufgebaute Tocopherole und vier weitere Stoffe, die Tocotrienole, die über eine Vi­tamin-E-Wirkung verfügen. Sie sind zwar alle chemisch nah miteinander verwandt, unterscheiden sich aber in der Wirksamkeit stark. 
Der wichtigste, weil schon in geringen Dosierungen wirksame Stoff ist das Alpha-Tocopherol. Es ist auch die wichtigste Komponente im Körper: Etwa 90% seines Vitamin-E-Gehaltes besteht aus Alpha-Tocopherol. Aber es gibt auch bemerkenswerte Mengen an Beta-, Gamma- und Delta-Tocopherol in unserer Nahrung. 
Aufgrund der unterschiedlichen Wirksam­keit der einzelnen Verbindungen ist ein Vergleich von Vitamin-E-Gehalten in Lebensmitteln schwierig. So hat z.B. Sojaöl einen höheren Tocopherol-Gehalt als Sonnenblumenöl. Trotzdem ist die Vitamin-E-Aktivität von Sonnenblumenöl höher, weil das Vitamin E in Sojaöl in Form von Gamma-Tocopherol vorliegt, während es in Sonnenblumenöl hauptsächlich aus Alpha-Tocopherol besteht, welches eine 20mal grössere Wirkkraft hat. 
Daher werden die Mengen an Vitamin E oft in sogenannten „Internati­onalen Einheiten“ (i.E.) angegeben. Diese Grösse bezieht sich auf die biologische Wirksamkeit. Dabei gilt als Umrechnungsfaktor: 1 Milligramm Alpha-Tocopherol = 1.49 i.E.

Tocotrienole

Die erwähnten vier „Vettern“ der Vitamin-E-Familie, die Tocotrienole, halten lange als Substanzen, die wenig Bedeutung für unsere Gesundheit zu haben schienen. Das hat sich in jüngster Zeit schlagar­tig geändert, seit das Ergebnis einer fünfjährigen Doppelblind-Studie veröffentlicht wurde, aus der ersichtlich ist,

dass Tocotrienole 40-60 mal stärker in der Bekämpfung von oxidativen Schäden an unseren Zellen sind als die als Vitamin E klassifizieren Tocopherole.


An dieser Studie waren 50 Patienten zwischen 49 und 83 Jahren beteiligt, deren Halsschlagader (Ka-rotidarterie) durch arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques) verengt waren. Diese Halsschlagader ist die Haupartiere für die Blutversorgung des Gehirns und ihre Verengung erhöht natürlich das Risiko eines Schlaganfalles. Der Grad der Verengung reicht von 15-79%. Viele der Patienten hatten bereits einen Schlaganfall ohne Behinderungsfolgen erlitten. Die teilnehmenden Patienten erhielten ausser 100 mg Vitamin E täglich 650 mg gemischte Tocotrienole (Alpha-Tocotrienol und Gamma-Tocotrienol). Nach 18 Monaten hatte sich der Gesamtzustand von 25 Patienten deutlich gebessert, bei 7 weiteren Patienten hatten sich darüber hinaus die Cholesterin-Ablagerungen in der Arterie so verringert, dass das Schlaganfall-Risiko signifikant gesunken war.
„Auf jeden Fall hat die Studie deutlich gezeigt, dass Vitamin E, hauptsächlich als Tocotrienole, die Arterienwände irgendwie sauberschrubben und die Verkalkungen fortspülen konnte“, meinte Dr. Marvin Bierenbaum., der die Studie durchführende Kardiologe. 
Er nennt es eine „bahnbrechende Studie“, die beweist „dass es eine Alternative zur Chirurgie“ gibt. Dr. Bierenbaum setzt zur Behand­lung seiner Patienten natürlich auch Alpha-Tocopherol, also gewöhnliches Vitamin E ein, aber er macht hauptsächlich die Tocotrienole für den Abbau der Verkalkungen in den Karodidarterien ver­antwortlich.
Andere Studien mit Tocotrienolen ergaben ähnlich vielversprechende Resultate. So berichtet A. Qureshi über einen Versuch, bei dem die Probanden über einen Monat täglich 200 mg Gamma-Tocotrienole erhielten. Dabei ergab sich eine Verringerung der (überhöhten) Cholesterinwerte um nicht weniger als 30%. Bemerkenswert in dieser Untersuchung war auch, das Thromboxan, ein Blutbestandteil, der unerwünschte Verklumpungs- und Entzündungsneigung fördert, mum mehr als 20% zurückging.

Tocotrienole sind in Gersten- und Reiskleie enthalten, wenn auch nicht in therapeutisch wirksamen Mengen. 

Die weitaus beste natürliche Quelle ist das Palmöl, aber nicht in seiner gehärteten Form als Palmfett. 

Gehärtetes Palmfett sollte – wie alle gehärteten Fette – besser nicht für die Ernährung verwendet werden. Die angebotenen Tocotrienol-Supplemente werden meist aus Palmöl gewonnen. 

Die empfohlen Tagesdosierung liegt zwischen 100 und 300 mg.



Freitag, 17. Juli 2015

Nahrungsenzmye


Nahrungsenzmye





In jedem Augenblick unseres Lebens laufen in unserem Körper unzählige chemische Reaktionen ab. Diese Vorgänge sind ohne Enzyme nicht denkbar. Wachstum, Wärmehaltung, die Bewegung unseres Blutes, aber auch emotionale Prozesse oder unser Denken, all das hat seine physische Grundlage in der Tätigkeit von Enzymen in unserem Organismus. 

Enzyme gehören in einem solch umfassenden Maße zum Leben, dass die Wissenschaft in einer lapidaren Definition dessen, was Leben eigentlich ist, geradezu feststellt: Leben ist Enzymtätigkeit! 

Viele Menschen haben mittlerweile die Bedeutung von Vitaminen, Spurenelementen oder anderen Mikronährstoffen für die Erhaltung ihres Wohlbefindens erkannt. Diese Substanzen sind oft Bestandteil von Enzymen und Enzymsystemen. 

Daher kommt ihre Wirksamkeit. Die gleiche Aufmerksamkeit verdienen die Nahrungsenzyme, die wir durch Rohkost oder entsprechende Supplementierung durch Enzym-Präparate aufnehmen, um unser lebensspendendes Enzympotential zu erhalten. von Essential Foods, mit einer gelungenen Mischung von 

  • Amylasen, 
  • Proteasen, 
  • Lipase, 
  • Maltase & Invertase, 
  • Glucanase, 
  • Xylanase, 
  • Pertinase, 
  • Phytase, 
  • Pepsidase
Extrakten von Graskeimlingen, Papain, Promelan, Rutin und Amla-Beere ist in dieser Hinsicht als tägliche Ergänzung zu den Mahlzeiten sehr zu empfehlen.


Wie Enzyme im Körper wirken






Chemisch gesehen sind Enzyme Eiweißmoleküle, mehr oder weniger kompliziert und oft als Bestandteil (als so genannte Coenzyme) Vitamine oder Mineralstoffe enthaltend. Das eigentlich Charakteristische der Enzyme geht allerdings über die molekulare Struktur weit hinaus. Enzyme haben nämlich die geheimnisvolle Fähigkeit, biochemische Reaktionen in unserem Körper zu veranlassen und zu steuern. Diese einzigartige Fähigkeit wird häufig als Enzymkraft bezeichnet. 

Die Forschung in diesem Bereich kennt heute etwa 2000 Enzyme und Enzymsysteme, von denen erst einige Hundert in ihrer Wirksamkeit genau bekannt sind. Wissenschaftler schätzen, dass es wahrscheinlich 10000 oder mehr verschiedene Enzyme gibt, die alle ihre jeweils spezifische Aufgabe in der Steuerung der Lebensvorgänge des Körpers erfüllen. 

Aber nicht nur unser Körper bildet Enzyme für die unzähligen Regelungs- und Steueraufgaben. 

Enzyme sind auch in unserer Nahrung enthalten, soweit sie roh, frisch und unbearbeitet ist. Diese Nahrungsenzyme helfen vor allem bei der Verdauung der Nahrung. 




Nehmen wir rohes Obst oder Gemüse zu uns, so werden bis zu 70% dieser Kost bereits mit Hilfe der darin enthaltenen Enzyme verdaut. Tiere in freier Wildbahn, deren Nahrung nicht erhitzt wurde, kennen keine Verdauungsprobleme, weil ihre Nahrung enzymreich ist. 

Eskimos, solange sie rohes Fett (Tran) und rohen Fisch aßen, kannten weder Gewichtsprobleme noch Herzbeschwerden, dank der Verdauungs-Enzyme, die sie mit dieser Kostform reichlich aufnahmen. 

Auch hier wird wieder sichtbar, welch eine katastrophale Konsequenz für die Volksgesundheit darin liegt, dass unsere Nahrungsmittel heute meist Stufen der Verarbeitung durchlaufen, die mit Erhitzen verbunden sind. Das gilt schon so uneingeschränkt, dass es uns kaum noch auffällt. 

Grundnahrungsmittel wie Milch und Butter sind erhitzt (pasteurisiert). Hitze über 65 Grad C zerstört Enzyme. (Ihre chemische Struktur bleibt dabei zwar erhalten, aber sie verlieren das, was sie zu Enzymen macht: ihre Enzymkraft, d.h. ihre Fähigkeit, als biologische Katalysatoren im Körper notwendige chemische Reaktionen, z. B. Verdauungsprozesse, zu veranlassen). 

Die Tatsache, daß unsere Nahrung enzymarm ist, dass all das gekochte, gebratene, gedünstete, durch Erhitzen haltbar gemachte Essen keine Enzyme mehr enthält, die unsere Verdauung entlasten könnte, ist von großer Tragweite. Denn was passiert nun? 
Unsere Bauchspeicheldrüse muss permanent Schwerstarbeit leisten, um all die Enzyme zu produzieren, die für die Verdauung erforderlich sind. 

Ist es da ein Wunder, dass die Bauchspeicheldrüse unter dieser Belastung krank wird oder gar zusammenbricht? Für unsere Gesundheit ist es wichtig, was (und wie wir) essen. Genau so entscheidend ist es aber, wie wir die aufgenommenen Speisen verdauen, d.h. wie wir dem Organismus die Stoffe zuführen, die er zur Gewinnung von Körperenergie und zur Regelung aller Körperfunktionen benötigt. 

Die Fähigkeit, Nahrung richtig und vollständig zu verstoffwechseln, ist der Schlüssel unserer Vitalität! 




Es kommen zwei wesentliche Punkte hinzu: 

Erstens: Enzyme können wie gesagt nur jeweils eine spezifische Funktion im Organismus erfüllen; z.B. verdauen eiweißspaltende Enzyme kein Fett. 

Wir haben zweitens bereits gesehen, dass Enzyme, die wir mit der Nahrung aufnehmen, die körpereigene Enzymproduktion wirksam entlasten können. Wenn wir also enzymreiche Kost zu uns nehmen, wird unsere körpereigene Enzymproduktion nicht durch die Herstellung von Verdauungsenzymen überlastet, sondern hat sozusagen freiwerdende Kapazität, um all die anderen Enzyme zu bilden, die für die Erhaltung oder Wiederherstellung unserer Gesundheit notwendig sind. 


Der amerikanische Enzymforscher  hat festgestellt, daß jeder von uns ein bestimmtes Enzympotential mitbringt, das im Laufe des Lebens aufgebraucht wird. Ist dieses Potential verbraucht, dann geht das Leben zu Ende. Howell gebraucht ein anschauliches Bild. Er sagt, dass unser Enzympotential wie ein Bankkonto ist, das ein bestimmtes Guthaben aufweist. Enzymarme Kost bedeutet, dass wir unser Guthaben vor der Zeit aufbrauchen, mit den nachteiligen Folgen eines Verlustes an Vitalität. 


Zum Glück können wir unser Enzym Konto durch Nahrungsenzyme auffüllen, die wir unserem Organismus durch geeignete unerhitzte, unverarbeitete Kost oder durch entsprechende Enzym Präparate zuführen. Unser Guthaben steigt wieder. Dr. Howell hielt diese Gesetzmäßigkeit für so grundlegend, dass er sie in einem Satz zusammenfaßte, den er als das Enzym Ernährungsaxiom bezeichnet hat. 

Dieser Satz lautet: "Die Lebensdauer eines Organismus verhält sich umgekehrt proportional zum Verbrauch seines Enzympotentials. Die vermehrte Zufuhr von Nahrungsenzymen bewirkt eine entsprechende Verringerung im Verbrauch des körpereigenen Enzympotentials." 

Viele Menschen haben mittlerweile die Bedeutung von Vitaminen, Spurenelementen oder anderen Mikronährstoffen für die Erhaltung ihres Wohlbefindens erkannt. Diese Substanzen sind oft Bestandteil von Enzymen und Enzymsystemen. Daher kommt ihre Wirksamkeit. 


Die gleiche Aufmerksamkeit verdienen die Nahrungsenzyme, die wir durch Rohkost oder entsprechende Supplementierung durch Enzym-Präparate aufnehmen, um unser lebensspendendes Enzympotential zu erhalten. 




VITAMIN D: WICHTIGE NÄHRSTOFFKOMBINATIONEN (Calcium, Phosphor, Vitamin K, Magnesium, Vitamin A, Zink, Bor)

VITAMIN D: WICHTIGE NÄHRSTOFFKOMBINATIONEN

Vitamin D und seine Wechselwirkung mit anderen Nährstoffen: Warum Vitamin D mit Kofaktoren wie Vitamin K, Magnesium und Vitamin A kombiniert werden sollte.

Vitamin D: Wichtige Nährstoffkombinationen


Vitamin D wirkt im Verbund


Nährstoffe wirken anders als allopathische Medizin, sie sind keine ‘Medikamente gegen Krankheiten’, wie sie manchmal vermarktet werden, sondern nötige Bestandteile der Stoffwechselprozesse im Körper. Können alle diese körperlichen Prozesse optimal ablaufen, entsteht Gesundheit aus dem Gesamtsystem all dieser vernetzten Prozesse, die voneinander abhängig sind und stark miteinander in Wechselwirkung stehen. Sind hingegen einige dieser Prozesse aufgrund von Nährstoffmängeln gestört, entstehen Krankheiten. Da alle diese Prozesse eng ineinandergreifen, sind es immer mehrere Nährstoffe, die zusammenwirken. Auch Vitamin D ist keine Ausnahme:

Vitamin D kann seine Rolle im Körper nur erfüllen, wenn auch die Versorgung mit anderen Nährstoffen gegeben ist, die stark in die Wirkung des Vitamin D eingreifen.
Alle Wirkungen des Vitamin D sind abhängig von anderen Nährstoffen. Dazu zählen:
  • Die Umwandlung des Vitamin D3 in seine wirksame Form
  • Die Aktivierung von Genen
  • Die Aktivierung von Enzymen und Proteinen
  • Die Calcium-Verwertung
Darüber hinaus bestehen zahlreiche indirekte Wechselwirkungen, welche die Regulation des Vitamin-D-Hormons betreffen.

Die wichtigsten Nährstoffkombinationen

In diesem Artikel sollen die wichtigsten direkten Wechselwirkungen und Nährstoffkombinationen besprochen werden, die für die Wirkung des Vitamin D und eine gute Vitamin-D-Versorgung unmittelbar wichtig sind. Vitamin D interagiert besonders mit folgenden Nährstoffen:



Vitamin D, Calcium und Phosphor/Phosphate


Eine der bekanntesten Funktionen des Vitamin D ist seine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Calcium und Phosphat im Darm: Nur durch Vitamin D können die beiden Stoffe aus der Nahrung aufgenommen und für den Knochenaufbau und Energiestoffwechsel nutzbar gemacht werden.
Vitamin D ist also wichtig für die Knochengesundheit, spielt hier aber nur die Rolle eines Vermittlers und kann keine Wirkung entfalten, wenn die Versorgung mit Calcium und Phosphor nicht gegeben ist.


Calcium: zu wenig ist genauso schädlich wie zuviel

Calcium ist wichtig für den Knochenaufbau aber auch für Muskeln, Nerven, die Verwertung von Stärke zu Zucker, die Zellteilung, die Erhaltung von Zellmembranen, die Blutgerinnung, die Aktivierung zahlreicher Enzyme und Hormone und die Regulierung des ph-Wertes.
Eine gute Versorgung ist also wichtig, heute aber auch in den meisten Fällen gegeben. Eine Unterversorgung mit Calcium, unterhalb der empfohlenen täglichen Zufuhr von 1000 mg ist im deutschsprachigen Bereich bei nur etwa 30 Prozent der Erwachsenen anzunehmen. (1-3)
Wer regelmäßig Käse isst, kann auf diesem Wege fast immer seinen Bedarf decken – aber es gibt auch einige gut pflanzliche Quellen, besonders in Samen und Nüssen, dunkelgrünem Blattgemüse und Milchprodukten findet sich recht viel Calcium. Die pflanzlichen Quellen sind dabei sehr viel besser als Milchprodukte, die ein sehr ungünstiges Mineralstoff-Profil aufweisen. (siehe unten) Zu viel Calcium ist andererseits auch nicht gut, da es sich in Gefäßen und Organen anlagern kann, was schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen kann.


Calcium: Immer zusammen mit Magnesium



Die Einnahme von Calcium durch Nahrungsergänzungsmittel ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, da eine Überdosierung gesundheitsgefährdend ist. Wenn, dann sollte dabei möglichst die chemische Form Calciumcitrat verwendet werden, das vom Körper am besten resorbiert werden kann. Eine gute Alternative ist die Sango-Koralle, die ein fast ideales Mineralstoff-Profil aufweist.
Calcium sollte zudem stets zusammen mit Magnesium eingenommen werden, um das sensible Gleichgewicht der beiden Mineralien zu wahren. Magnesium sorgt dafür, dass Calcium im Blut gelöst bleibt und sich nicht als gesundheitsgefährdender Plaque in den Gefäßen anlagert.
Das Verhältnis Calcium zu Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln sollte dabei mindestens 2:1, besser noch 1:1 betragen, da die Ernährung meist sehr viel mehr Calcium als Magnesium enthält.


Phosphor – eine Frage des Gleichgewichts


Vitamin D regelt auch die Aufnahme von Phosphor, das neben Calcium das häufigste Mineral in unserem Körper ist. Umgekehrt reguliert Phosphor auch die Umwandlung des Vitamin D zu seiner wirksamen Form (4)
Zu viel Aufnahme an Phosphor im Verhältnis zu Calcium hat darum negative Auswirkungen: Der hohe Phosphor-Spiegel regelt das Vitamin-D-Hormon herunter, wodurch weniger Calcium aufgenommen wird. Der Körper löst dann Calcium aus den Knochen, was zu Osteoporose führen kann.
Zu viel Phosphor führt außerdem zu einer gestörten Calcium-Verwertung und zur Verkalkung von Muskeln und Arterien, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. (5, 6)
Das Verhältnis von Phosphor zu Calcium sollte möglichst höchstens 1:1 betragen, heutige Diäten enthalten aber meist einen weit höheren Phosphor-Anteil. Dies ist besonders bei übermäßigem Verzehr tierischer Produkte kritisch – hier beträgt das Verhältnis teilweise 20:1 zugunsten von Phosphor. Ebenso kritisch sind Limonaden: Ein Glas Cola etwas enthält bis zu 500 mg Phosphor – also fast den gesamten Tagesbedarf.
Milch ist darum wegen des hohen Phosphor-Anteils, trotz des hohen Calcium-Gehalts keine geeignete Calcium-Quelle. Phosphor sollte außer bei einigen Krankheiten nicht in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein.

Vitamin D und Vitamin K2


Besonderes Augenmerk hat die Beziehung von Vitamin D und Vitamin K2 verdient. Das verhältnismäßig unbekannte Vitamin K spielt eine wichtige Rolle beim Transport und der Verwertung des aufgenommenen Calciums. (7)
Während Vitamin D für die Aufnahme des Calciums verantwortlich ist, sorgt Vitamin K dafür, dass es dorthin gelangt, wo es gebraucht wird. Außerdem ist Vitamin K dafür verantwortlich, dass die durch die Vermittlung von Vitamin D und Vitamin A gebildeten Proteine aktiviert werden – ohne Vitamin K sind diese Vitamine also in vielen Aspekten wirkungslos.


Vitamin K2 schützt vor Verkalkung


Ohne Vitamin K2 besteht die Gefahr, dass aufgenommenes Calcium vom Körper nicht verwertet werden kann und sich in Gewebe und Gefäßen als Plaque anlagert. (8, 9) Dies kann zu Verkalkungen in Form von Nierensteinen und Arteriosklerose führen und bringt zahlreiche Gesundheitsrisiken mit sich. (10)
Vitamin K aktiviert dafür einerseits das sogenannte Matrix GLA Protein (MGP), welches Arterien und Gewebe vor Verkalkungen schützt. Eine wichtige Funktion, denn Arterien-Verkalkung ist eine der wichtigsten Ursachen für die koronare Arterienkrankheit und Herzinfarkte.
Vitamin K aktiviert außerdem das durch Vitamin D synthetisierte Hormon Osteokalzin, welches für den Einbau des Calciums in die Knochenmatrix verantwortlich ist. (11-13)
Ohne Vitamin K kann das durch Vitamin D aufgenommene Calcium also sogar schädlich für den Körper werden. Deshalb sollte bei der Einnahme von Vitamin D stets auf eine ausreichende Vitamin-K2-Versorgung geachtet werden.


Vitamin-K-Versorgung


Erwachsene benötigen 100-200 mcg Vitamin K2, dass sich natürlich nur in Fleisch, einigen fermentierten Lebensmitteln und Milchprodukten findet. Genaue Zahlen sind derzeit leider nicht verfügbar. Dass etwas häufigere Vitamin K1 kann im Körper zwar zu K2 umgewandelt werden, jedoch ist dieser Weg bei vielen Menschen beeinträchtigt.
In Nahrungsergänzungsmitteln werden verschiedene Formen von Vitamin K2 verwendet, die als MK4 und MK7 bezeichnet werden. Gute Produkte sollten die Form MK7 verwenden, die einen besseren Resorbtionsgrad, eine bessere Wirksamkeit und längere Halbwertszeit aufweist als die anderen Formen.


Vitamin D und Vitamin A


Die Beziehung von Vitamin D und Vitamin A ist eine interessante, weil sie einen ganzheitlichen Blick auf die Wirkung von Vitaminen erfordert. Die beiden Vitamine unterstützen sich gegenseitig, sind in anderen Fällen aber auch direkte Gegenspieler. Alle nicht-kalzämischen Wirkungen von Vitamin D sind dabei indirekt von Vitamin A abhängig. (14, 15).  So erfordert die Aktivierung zahlreicher Gene und die Synthese wichtiger Proteine sowohl Vitamin A als auch Vitamin D in einer ausgewogenen Konzentration. Gerät dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht, verhalten sich die beiden Vitamine aber wie direkte Gegenspieler. (16, 17)
Bei ausreichender Versorgung mit beiden Vitaminen regulieren und unterstützen sie sich gegenseitig in der Wirkung und schützen auch vor der Toxizität des jeweils anderen Vitamins. (18-20)
Eine Unterversorgung mit Vitamin A führt also dazu, dass Vitamin D seine Aufgabe nicht korrekt erfüllen kann, während eine Überversorgung mit Vitamin A die Wirkung von Vitamin D beeinträchtigt.


Vitamin A: am Besten als Beta-Carotin


Die Versorgung mit Vitamin A ist sehr gut. Deshalb ist davon abzuraten, größere Mengen Vitamin A in Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen. Wenn überhaupt, sollten moderate Mengen Beta-Carotin verwendet werden – eine Vorform von Vitamin A, die sich in vielen rötlichen Früchten und Gemüsen findet. Der Körper kann sich aus diesem Prä-Vitamin-A genau so viel Vitamin A bilden, wie er für ein Gleichgewicht benötigt ohne dass die Gefahr einer Überdosierung besteht.


Vitamin A: Leicht über die Nahrung zu decken


Beta-Carotin findet sich in fast allen gelben und orangen Früchten und Gemüsen (Karotten, Kürbis, Aprikose, Pfirsiche), aber auch in dunkelgrünem Gemüse (Spinat, Broccoli). Der Bedarf von 1 mg Vitamin A kann leicht über die Nahrung gedeckt werden – dies ist der Versorgung über Präparaten deutlich vorzuziehen.
Beta-Carotin-Gehalt verschiedener Nahrungsmittel:



Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte also unbedingt darauf geachtet werden, dass kein synthetisches Vitamin A (Retinol) verwendet wird, sondern natürliches Beta-Carotin. Synthetisches Beta-Carotin sollte ebenfalls gemieden werden, da sich synthetisches (trans-) und natürliches (9-cis-) Beta-Carotin chemisch grundsätzlich unterscheiden.

Vitamin D und Magnesium

Magnesium ist an allen Umwandlungsschritten beteiligt, die nötig sind, um das Vitamin D3 aus Lebensmitteln oder der Synthese mit Hilfe der Sonne in seine wirksame Form zu verwandeln.
Ohne ausreichend Magnesium kann der Körper Vitamin D also nicht verwerten, weil es in den inaktiven Formen feststeckt. (21)
Dies erklärt unter anderem eine „Vitamin-D-resistente“ Form von Rachitis, die sich nur durch die Gabe von Magnesium kurieren lässt. (22)
Für die Umwandlung des Vitamin D sind nur recht kleine Mengen Magnesium erforderlich, so dass dieser Mechanismus auch bei mittlerer Magnesium-Versorgung meist noch ausreichend gut funktioniert.

Angebliche Nebenwirungen von Vitamin D sind Magnesiummangel



Die Gefahr ist in diesem Zusammenhang aber auch die umgekehrte, nämlich, dass die Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Supplementen zu leicht zu einem Magnesiummangel führen kann, wenn die Magnesium-Versorgung ohnehin schlecht ist: Je mehr Vitamin D man einnimmt, desto mehr Vitamin D wird vom Körper umgewandelt und desto mehr Magnesium wird dabei verbraucht.
Dies führt in eigen Fällen zu den teilweise berichteten angeblichen „Nebenwirkungen von hohen Dosen Vitamin D“, wie Herzstolpern, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen und Angstattacken. Diese Symptome sind in Wirklichkeit die Folgen eines durch das Vitamin D verursachten Magnesiummangels sind.

Niedrige Vitamin-D-Spiegel wegen Magnesiummangel


Gleichzeitig kann ein bereits bestehender Magnesiummangel auch eine mögliche Ursache für  niedrigeVitamin-D-Spiegel sein. Dies ist eine mögliche Erklärung, warum bei manchen Menschen der Vitamin-D-Spiegel trotz guter Sonnenexposition und/oder der Einnahme von Supplementen nicht steigt: Da das Vitamin D nicht umgewandelt werden kann, erhöht sich natürlich auch der Blutspiegel des 25-(OH)-Vitamin D nicht. (23)





Magnesium-Versorgung


Erwachsene benötigen etwa 400 mg Magnesium pro Tag. Hohe Konzentrationen finden sich in zum Beispiel in Vollkornprodukten, Amaranth, einigen Algen, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Sesam, Schokolade, Cashewnüssen, Tempeh und Mandeln. Dies ist auch der beste Weg, die Magnesiumversorgung sicherzustellen.


In Nahrungsergänzungsmitteln sollte Magnesium-Gluconat oder Magnesium-Acetat verwendet werden, die eine etwas bessere Verwertbarkeit aufweisen als andere Formen. (24)


Vitamin D, Zink und Boron


Der Vitamin-D-Rezeptor, der sich in fast allen Zellen findet und für die Wirkung des Vitamin D verantwortlich ist, hat an seiner Basis zwei Zink-Moleküle. Bei einem starken Zink-Mangel kann deshalb die Vitamin-D-Funktion eingeschränkt sein, weil der Körper die entsprechenden Rezeptoren nicht bilden kann. (25, 26)
Das Spurenelement Boron hingegen unterstützt die Funktionen des Vitamin D an der Zellwand und verschiedene Aspekte des Vitamin-D-Metabolismus. (27) Boron scheint hier vor allem eine Rolle im Metabolismus von Mineralien zu spielen. (28-30)
In beiden Fällen muss ein Mangel jedoch offenbar sehr ausgeprägt sein, um merkbare Beeinträchtigungen des Vitamin-D-Stoffwechsels nach sich zu ziehen, weshalb dieser Zusammenhang kaum untersucht ist.


Grafik: Vitamin D und seine Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen


 Folgende Grafik zeigt vereinfacht, wie die verschiedenen Nährstoffe zusammenhängen.

Vitamin-D-Kombinationen


Mögliche Dosierung des Vitamin-D-Komplex


Nahrungsergänzungsmittel sollten nur eingenommen werden, wenn sie wirklich benötigt werden. Die Ausführungen in diesem Artikel haben hoffentlich deutlich werden lassen, wie sensibel das Nährstoffgleichgewicht ist und wie sehr sich alle Nährstoffe beeinflussen.
In einigen Fällen kann es aber sinnvoll sein, den gesamten Vitamin-D-Komplex einzunehmen. Zum Beispiel wenn Darmprobleme generell die Aufnahme von Nährstoffen erschweren, oder wenn starke Medikamente eingenommen werden. 

Für diese Fälle hier ein Vorschlag für eine mögliche Dosierung im richtigen Verhältnis der Nährstoffe.


Vitamin D
2000 IE
Vitamin D3 (Cholecalciferol)
Vitamin K
100 µg
Vitamin K2 als MK2
Beta-Carotin
400 µg
Natürliches (9-cis) Beta Carotin
Calcium
300 mg
Calciumcitrat oder -orotat
Magnesium
200 mg
Magnesium-Gluconat oder Magnesium-Acetat
Zink
5 mg
Zink-Gluconat, Zink-Orotat


Fazit Vitamin D und Kofaktorn


Vitamin D wirkt eng mit zahlreichen anderen Nährstoffen zusammen. Besonders bei der Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten sollte deshalb darauf geachtet werden, dass kein Ungleichgewicht in diesem System entsteht und eine ausreichend hohe Versorgung mit den Kofaktoren gegeben ist.
Besonders Vitamin K2 und Magnesium sind eine empfehlenswerte Ergänzung, sofern die Versorgung über die Nahrung unklar ist. Mittlerweile haben auch einige Hersteller von Vitamin-D-Präparaten diese Zusammenhänge erkannt und bieten Komplex-Präparate an, die Vitamin D mit einigen oder allen Co-Faktoren kombinieren.







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