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Dienstag, 16. Juni 2015

Wirkungsweise von Vitamin A



Vitamin A: Wirkungsweise



Vitamin A und seine Stoffwechselprodukte sind für verschiedene Sinnesleistungen und für zahlreiche Wachstums- und Entwicklungsvorgänge absolut notwendig. 

Das Wachstum und die Reifung von Zellen insbesondere in den Abschlussgeweben (wie Darmschleimhaut, Lunge, Haut) hängen von der Verfügbarkeit von Vitamin A ab. 
Bei Vitmain A Mangel ist außerdem eine erhöhte Anfälligkeit gegen Infektions- und Invasionskrankheiten sowie eine herabgesetzte Widerstandskraft gegen Belastungen zu beobachten.


Sehvorgang





Der Aldehyd des Retinols wird als Retinal bezeichnet und ist als Bestandteils des Sehpurpurs, des Rhodopsins unmittelbar am Sehvorgang beteiligt. Ein Mangel an Vitamin A führt zu einer Störung der Regeneration des Sehpurpurs, was sich u.a. in Nachtblindheit äußert. Nachtblindheit zählt zu den ersten Symptomen eines Vitamin A- Mangels. In schweren Fällen kann es zu Trübungen, Benetzungsstörungen und Geschwürbildung in der Hornhaut kommen.



Aufbau und Funktionserhalt der Hautzellen


Für den Aufbau und den Funktionserhalt der Haut sowie der Schleimhäute spielt Vitamin A eine große Rolle. Vitamin A-Mangel äußert sich in einer Degeneration und Verhornung (Keratinisierung) der Epithelgewebe. In schweren Fällen von Vitamin A-Mangel beobachtet man Hauttrockenheit, überschießende Hornbildung (Hyperkeratose) und Glanzlosigkeit der Haare.

Verschiedene retinoide Verbindungen in Kombination mit anderen Präparaten werden zur Behandlung von Akne eingesetzt. Retinaldehyd (0.1%) zusammen mit Glycolsäure (6%) verminderte nach einer Behandlung für 90 Tagen Entzündungen und Wunden.
 Daneben zeigte Retinaldehyd auch antibakterielle Eingenschaften. Die verwandte - aber synthetische - Verbindung Isotretinoin wirkt sehr effektiv in der Behandlung von Antibiotika-resistentenAkne-Bakterien. Nach einer 12 wöchigen Behandlung fand man eine 90%ige Reduktion der Aknebakterien.

Auch Schuppenflechte wird seit 30 Jahren erfolgreich mit Vitamin A und seinen Derivaten behandelt.

Retinylpalmitat kann UV-Licht absorbieren. So schützte es sowohl im Tier- und als auch im Versuch am Menschen die Haut von Sonnenbrannd und von DNA-Schäden durch Lichteinwirkung. Außerdem konnten einige Anzeichen der Licht-induzierten Hautalterung (Photo-aging) mit Vitamin A –Verbindungen gebessert werden.





Beteiligung am Steroidstoffwechsel


Vitamin A ist für die Biosynthese des Cholesterins und für biochemische Umwandlungen in der Biosynthese der Steroide ein wichtiger Faktor. Vitamin A-Mangel beeinflusst die Synthese der Sexualhormone und damit die Fortpflanzungsfähigkeit.




Genregulation


Ein relativ neuer Befund ist die Tatsache, dass Retinolsäure verschiedene Gene reguliert. Dabei kontolliert es fundmentale Vorgänge wie die Embyonalentwicklung, Zellteilung, Differenzierung von von Zellen, Regulation des programmierten Zelltods, die Produktion von Hormonen, Wachstumsfaktoren, Genregulatoren ect. 


Dies hat zur Folge, dass Vitamin A einerseits auf die Bildung und Funktion der Gonaden wirkt aber auch andererseits die Entwicklung des Embyos empfindlich stören kann. Missbildungen sind die Folge.

Krebs


Vitamin A fördert die Differenzierung von Zellen und ist so ein Bestandteil der Behandlung von Krebs.

Zwar zeigen präklinische und frühe Phase I klinische Studien eine hohe Wirksamkeit von Vitamin A Verbindungen, doch gibt es auch zahlreiche Probleme wie Resistenz, Toxizität oder Bioverfügbarkeit. Etabliert jedoch ist die Behandlung von Leukämie (APL: promyelocytische Leukemie) und des Karposisarkoms (ein typische Form von Krebs beiAIDS-Patienten) mit Retionol-Derivaten. Auch verstärkte all-trans-Retionolsäure die Wirksamkeit anderer Chemotherapeutika.

Achtung bei Rauchern und anderen Risiko-Personen: ß-Karotin und Retinylpalmitat können unter bestimmten Umständen Krebs auslösen. Man untersuchte 18314 Männer und Frauen, die ein erhötes Risiko hatten an Lungenkrebs zu erkranken (Raucher und Absbestose). Bei der Dosierung von 30 mg/Tag ß-Karotin und 25000 IU/Tag Retinylpalmitat (entsprechend 7,5 mg Retinoläquivalenten), wurde 28% mehr Lungenkrebs und 17% mehr Todesfälle beobachtet. Eine entsprechende Untersuchung an gesunden Probanden ergab keine Zunahme der Krebsfälle. Nach neuesten Untersuchungen hat Karotin je nach Situation anti-oxidierende und pro-oxidierene Wirkungen.



HIV/AIDS


Einige Studien in Gebieten mit schlechter Vitaminversorgung (z.B. Tanzania) konnten zeigen, dass HIV insbesondere Säuglinge und schwangere Frauen durch eine Versorgung mit verschiedenen Vitaminen (incl. Vitamin A) profitierten. Bei einem normalem Vitamin A Spiegel im Blut fand man eine niedrigere Konzentration von HIV im Vaginalsekret als bei Vitamin-A-Mangel. Auch die Übertragungsrate von AIDS bei der Geburt ist bei augeglichenen Vitamin-A-Werten geringer. Leider gibt es auch Studien, die diese Effekte nicht nachweisen können. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen um die Situation zu klären.

Vitamin A-Mangel ist sehr häufig bei Personen mit HIV. Einige Personen verlieren sehr viel Vitamin A mit dem Urin und es muss noch einer Dosierung gefunden werden, die zur Behandlung ausreicht.



Weitere Funktionen


Das Provitamin Carotin, (ein Antioxidans) kann im Gegensatz zu Vitamin A zusätzlich noch reaktive Sauerstoffradikale abfangen und so evtl. hemmend auf die Arteriosklerose und Krebsentstehung einwirken. Diese Forschungsergebnisse werden allerdings zurzeit noch kontrovers diskutiert, denn neuesten Untersuchungen zur Folge hat Karotin je nach Situation anti-oxidierende und pro-oxidierene Wirkungen. So verstärkt es bei Rauchern den oxidativen Stress in der Lunge.




Vitamin A: Für besseres Sehvermögen und grössere Widerstandkraft

Natürliches Vitamin A



Für besseres Sehvermögen und grössere Widerstandskraft.

Vitamin A hält alle Körpergewebe in guter Verfassung. Es beschützt den Organismus vor Infektionen, vor allem die Atemwege. Zugleich ist Vitamin A notwendig für ein gutes Sehvermögen, vor allem bei Dunkelheit.


Die Vitamine A und D spielen zusammen 

  • eine grosse Rolle für ein gesundes Wachstum und 
  • sorgen für kräftige Knochen, 
  • gesunde Haut, 
  • gesundes Haar und 
  • gesunde Zähne und 
  • Zahnfleisch.


Vitamin-A-Mangel ist erschreckend weit verbreitet, besonders in Entwicklungsländern. Untersuchun­gen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass eine bessere Versorgung jährlich zwischen 1,2 und 2,5 Millionen Leben retten könnte, darunter das vieler Kinder und Jugendlicher. 

Todesfälle durch Lungenerkrankungen würden nach den Feststellungen der WHO um 70% sinken, tödlich verlaufende Durchfall-Erkrankungen um fast 40%. 

Viele der an sich eher harmlosen viralen Infektionen (z.B. Ma­sern oder Windpocken) können bei Vitamin-A-Mangel lebensbedrohlich werden.

Vitamin A spielt eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung oder Wiederherstellung der gesunden Funktion der Haut und Schleimhäute, z.B. bei Akne, Psoriasis, Geschwüren und Furunkeln, aber auch bei Altersflecken. 

Die schützende Rolle des Vitamins wirkt sich besonders auf das Epithelgewebe aus, das sich nicht nur auf der sichtbaren Hautoberfläche befindet. Epithelzellen bilden auch die Oberflä­che von Lungengewebe oder der Auskleidung des Darms mit Schleimhäuten. Für den Schutz vor Er­krankungen der Atemwege oder gastrointestinalen Trakts, die auf externe (z.B. Umwelt-) Einflüsse zurückzuführen sind, ist Vitamin A ein wichtiges Hilfsmittel.





Dosierungsbereich: 

Gesunde Erwachsene sollten täglich ca. 5‘000 i.E. Vitamin A zu sich nehmen. 

The­rapeutische Dosierungen liegen oft wesentlich höher, so z.B. erfordern Krankheiten, die auf Retinol-Mangel zurückzuführen sind, 100‘000 i.E. Vitamin A pro Tag. 

Zur Abwendung einer akuten Infektion, z.B. einer Grippe, werden kurzfristig 50‘000 bis 100‘000 i.E. Vitamin A täglich eingenommen zusam­men mit Vitamin C und Zink.

Schwangere Frauen (oder solche, die eine Schwangerschaft planen) sollten nicht mehr als 8‘000 i.E. pro Tag zu sich nehmen, ausser auf ärztlichen Rat (Sie können leicht auf Beta-Carotin – Pro-Vitamin A – ausweichen, das vom Organismus in Vitamin A umgewandelt wird).

Vitamin A wird gewöhnlich aus Fischleber gewonnen. Die synthetische Form von Vitamin A (Palmitat) enthält keinerlei tierische Grundstoffe und kommt deshalb vor allem für Vegetarier oder vegan le­bende Menschen in Betracht.